Kokain, die botanische Seite


Quelle: Brockhaus "Biologie"
Informationsreihe Drogen: "Kokain"


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ein Kokazweig in FarbeKokastrauchgewächse, Erythoxylaceae, eine Familie der Zweikeimblättrigen Pflanzen mit etwa 200 Arten, die ausschließlich in den Tropen, vor allem in Amerika, vorkommen. Es sind Sträucher mit wechselständigen, einfachen Blättern mit Nebenblättern und regelmäßigen 5-zähligen, unscheinbaren Blüten. Der Fruchtknoten entwickelt sich zu einer einsamigen Steinfrucht. Der in Peru und Bolivien einheimische, aber auch in anderen Gebieten kultivierte Kokastrauch, Erythroxylum coca, liefert wie auch einige andere Erythroxylum- Arten das Alkaloid Kokain, ein suchterregendes Betäubungsmittel, das heute in der Medizin aber kaum noch verwendet wird. Die Blätter des Kokastrauches werden von den Bergindianern der südamerikanischen Anden als Anregungs- und Genußmittel zusammen mit Kalk oder Pflanzenasche gekaut, z.T. bereiten sie aus den Blättern Tee.

Die Anzahl der Genußgeeigneten Kokapflanzen umfaßt ziehmlich genau 2 Arten; die Art Erythroxylon coca (auch unter dem Handelsnamen "Huanacosorte" bekannt) und Erythroxylon novogranatense (auch unter dem Namen Trujillo-Koka im Handel erhältlich). Letztere erhielt ihren Namen nach "Nueve Granada", dem alten spanischen Namen für Kolumbien. Den Gattungsnamen erhielt die Pflanzengattung nach ihrem characteristisch roten Holz, der ursprüngliche Name "Koka" kommt jedoch aus der alten Bezeichnung der Ureinwohner Kolumbiens (Aymara-Stamm) für "Baum". Diesen Namen erhielt die Pflanze von den Aymara weil sie bis zu fünf Meter hoch werden kann, was aus erntetechnischen Gründen durch genügende Beschneidung verhindert wird. In der Landwirtschaft wird diese Pflanze auf knapp 2 bis 3 Meter Höhe begrenzt.

Die Blüten des Kokastrauches sind gelblichweis mit zungenförmigen Auswüchsen der Blütenblätter. Die an der Basis von Endtrieben junger Zweige knospenden Blüten entwickeln sich zu runden eiförmigen Steinfrüchten. Das interessante Entprodukt der Pflanze sind jedoch die ca. sechs Zentimeter langen und drei Zentimeter breiten ovalen bis lanzettförmigen Blätter, die einen kurzen Stiel haben, glattrandig sind und am Ende spitz zulaufen.Auf Ober- und Unterseite ziehen sich von der Basis bis zur Spitze zwei Bogenförmige Streifen, die von der Entwicklung der Blätter herrühren (Einfaltung in der Knospe). Diese Streifen lassen den Eindruck entstehen, daß auf den einzelnen Blättern noch ein weiteres Blatt klebt. In trockenem Zustand haben die Kokablätter eine entfernte Ähnlichkeit mit Lorbeerblättern. In frischem Zusatnd haben die Blätter, im Gegensatz zum trockenen Zustand, einen schwachen aromatischen Geruch, der von den in ihnen enthaltenen ätherischen Ölen herrührt. Ihr Geschmack ist leicht bitter, fast grasartig.


Anbau und Verarbeitung

Der Kokastrauch wächst bestens auf mineralreichen Humusböden bei gleichbleibenden Tagstemperaturen von 19 bis 30 Grad Celsius und regelmäßigen Niederschlägen.

Traditionelle Anbaugebiete der Kokapflanzegezeichneter Kokazweig sind die Gebirgslandschaften Perus und Boliviens, wobei besonders die geschützten Osthänge der Anden, aufgrund des dort herrschenden mildfeuchten Klimas, ideale Lebensbedingungen für die Pflanzen bieten. Der Kokastrauch wird, ähnlich unserem Wein, als Kulturpflanze auf terrassenförmigen Plantagen angebaut, wobei die Pflanze entweder aus Trieben oder aus dem Samen gezogen wird. In letzterem Falle werden aus erlesenem Saatgut Kokasetzlinge gezogen, deren Blattwerk in diesem Stadium immer feucht gehalten wird. Die Bodentiefe liegt hier bei mindestens 30 cm, was dem Wurzelwerk genügend Raum zur Entwicklung gibt. Sind die Setzlinge dann ca. 1/2 Meter hoch, also nach ca. 1 bis 1.5 Jahren, so werden sie auf die Plantage umgesetzt, wo sie zur Beschattung als Mischkultur mit anderen Nutzpflanzen den Raum teilen (Manjok, Mais, Kaffee). Nach weiteren zwei bis drei Jahren (je nach Wetter und Bodenbeschaffenheit) kann dann das erste mal geerntet werden. Je nach Anbaugebiet wird dann 2 bis 3 mal pro Jahr geerntet, wobei die Reife der Blätter daran erkennbar ist, daß sie leicht spröde werden, wodurch sie bei leichtem Umbiegen rasch vom Stengel abbrechen. Ein solcher Kokastrauch kann bei sinkender Rentabilität der Ernte bis zu vierzig Jahre beerntet werden, allerdings sinkt der Ertrag an genußfähigen Blättern nach ca. 10 Jahren schon nahezu unter den Wert, der eine Ernte noch rentabel erscheinen läßt. Die Erntezeiten sind März/April, Juni und Oktober/November, wobei die erste Ernte die ertragreichste mit dem höchsten Wirkstoffgehalt der Blätter ist, da sie nach der Regenzeit stattfindet. Ein guter Strauch liefert bei drei Ernten im Jahr 300 Gramm frische, also ca. 130 Gramm getrocknete Blätter, was bei einer Fläche von 1 Morgen einen Gesammtertrag von 1000 Kilogramm getrockneter Blätter bedeutet.


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Diese Pflanze ist in Dtl. durch das BtMG verboten
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