Kräuterfee mal anders

Kokain in Medizin und Heilkunst


Quelle: Informationsreihe Drogen #5 "Kokain"


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Wie fast jede Droge mit Einfluß auf das Nervensystem des Menschen wurde auch das Kokain als Medizinische Droge verwendet, und gilt auch heute noch als unverzichtbare Substanz in der Medizin, auch wenn sich das Anwendungsfeld von Kokain deutlich eingeschränkt hat.

Die erste Ewähnung des Koka als medizinische Droge wurde 1859 vom Mailänder Neurologen Paolo Montegazza getätigt, der die Anwendung von Koka (hier noch die Blätter, da der reine Wirkstoff erst später synthetisiert wurde) bei Zahnschmerzen, Verdauungsstöhrungen, Neurasthenie, allgemeiner Schwäche und anderen, meißt nervlichen, Leiden empfahl. Diese Empfehlung eines einflußreichen Arztes verfehlte ihre Wirkung nicht, so daß schon bald diverse Mittelchen gegen Zahnschmerzen, Stärkemittel und andere Arzneien mit Kokainhalt auf dem Markte waren. Da jedoch nicht die ganze Fachwelt blindlinks auf einen einzigen Mann hört, gab es natürlich einige Wissenschaftler, die dies zu bestätigen suchten, und dies auch schafften (welch Wunder). Zu ihnen gehörte auch Sigmund Freud, der allerdings zum Schluß seines Lebens Kokainsüchtig war, und völlig verelendet als Bettler starb.


Auch das Militär hatte ein medizinisches Interesse an der Substanz Kokain, die es seit einger Zeit als reine Substanz von der Pharmafirma Merck zu kaufen gab. Es wurde ja für Gefechte und andere Kriegsspiele eine Substanz gesucht, die einen kampfunfähigen Soldaten wieder auf die Beine Bringt, und sei es nur für kurze Zeit, sie waren eh nicht dafür vorgesehen alt zu werden. Der 1883 bei einem bayerischen Armeekorps teilnehmende Arzt und Pharmakologe Theodor Aschenbrand verabreichte den verletzten und Überanstrengten Soldaten Kokaintinkturen von 0,1 bis 5% Kokaingehalt, was zu recht sehenswerten Resultaten führete. Er behandelte schwerste körperliche Erschöpfungszustände, Schmerzen, Verstopfungen, Durchfall und Schwächezustände infolge von Verletzungen nahezu sofort. Wie es den Soldaten ging als die Wirkung der Droge nachließ ist nicht berichtet, das kann man sich jedoch sicher selbst denken. Das solches Verhalten jedoch stark gegen den Moral- und Ethikgrundsatz der Ärzteschaft verstößt schien den damals Anwesenden nicht unbedingt klahr gewesen zu sein.


Aber kommen wir wieder zurück zur friedlichen, wenn auch nicht ungefährlichen Nutzung des Kokain als Medikament. Hier machte wieder einmal Freud einen Anfang, der die Substanz als Schmerzmittel an einen Freund namens Flischl-Marxow verfütterte, welcher nach einer Daumenamputation heftige Schmerzen aufgrund eines ständig gereizten Nerves litt. Dieser Fleischl wurde bis dahin mit Morphium behandelt, hatte sich daraufhin allerdings eine Opiatsucht zugezogen. Das Dumme an der Sache war nur, daß er sich nun auch noch eine Kokainsucht zulegt, die allerdings nicht die Morphiumsucht berührte, so daß er sich ertsens weiterhin seine Morphiumrationen und zweitens auch noch unmengen an Kokain in den Körper schob. Er nahm zu letzt pro Tag bis zu einem Gramm Kokain, was ihm eine toxische Psychose einbrachtem. Er starb im Verlaufe dieser Sucht an Überdosierung.


Doch Kokain hat nicht nur Schattenseiten. So ist seine hervorragende anästhesierende Wirkung (betäubend) aus der Medizin nicht mehr einfach wegzudiskutieren. Entdekt wurde die Lokalanästhetische Wirkung von Kokain durch einen Arzt und Chirurgen Namens Dr. Engel. Genauer gesagt, er erkannte die Anwendbarkiet in der Chirurgie, die Tatsache daß Kokain die Zunge betäubt so man es oral aufnimmt, war schon lange vorher bekannt. Dr. Koller machte jedoch einen recht einfachen Versuch, mit dem er die lokalanästheitsche Wirkung des Kokain hydrochlorid auf Schleimhäute nachweisen konnte. Er schnappte sich einen in seinem Labor befindlichen Frosch, dem er ein paar Tropfen kokainhydrochlorid in ein Auge Tropfte, dieses Auge mit einer Nadel (nicht mit der Spitze) in Sekundenintervallen. Am Anfang zuckte der Frosch noch, so wie er es sollte um am leben zu bleiben, zusammen, was er allerdings nach ca. 1 Minute dann sein ließ, da er die Nadel nihct mehr spürte. Um nun sicherzugehen, daß es sich um ein Lokalanästhetikum handelte, berührte Dr. Koller auch das andere Auge des Frosches, was zum erwähnten Zusammenzucken des Frosches führte. Dieser Zustand blieb über längere Zeit erhalten. Er überprüfte diese Resultate noch an einem Kaninchen und einem Hund, bis er sich dann selbst ein wenig Kokainlösung in ein Auge träufelte und mit einem Stecknadelkopf die Hornhaut berührte. Die Resultatae waren immer die selben, also hatte er ein Lokalanästhetikum gefunden, was auch noch scheinbar vollständig verträglich ist.


Für die Medizin war die Entdeckung eines Lokalanästhetikums von größter Bedeutung, da man doch bis dahin immer unter Vollnarkose arbeiten mußte, was damals mit Äther oder Chloroform getan wurde, und eine Lebensbedrohliche Sache war, da diese Gase nur sehr kleine Tolleranzschwellen haben. Bei ihnen liegen wirksame und tödliche Dosis sehr nahe beisammen. Man konnte mit Kokain endlich Schleimhäute völlig unempfindlich gegen Schmerz machen, also Operationen an z.B. dem Auge, dem Kehlkopf, im Mund, in der Nase und im Hals durchführen. Auch heute noch wird Kokain als Lokalanästhetikum in der Chirurgie eingesetzt, da es auch gleichzeitig den Nebeneffekt einer starekn Gefäßverengung bringt, also Blutungen gar nicht erst auftreten können. Vor allem bei Eingriffen in der Nase, im Rachen und am Kehlkopf wird Kokain heute noch viel verwendet, auch die plastische Chirurgie, vor allem bei Nasenoperationen, verwendet heute noch Kokain in beträchtlichem Umfang.


Die Nebenwirkungen, die Kokain im Dauergebrauch erzeugen sind allerdings auch nicht ganz zu vernachlässigen. So führt es in fast allen Fällen zu Sehstöhrungen, neurologische und seelische Stöhrungen sind ebenso häufig vertreten. Das Schlaganfallrisiko ist um ein vielfaches gesteigert. Es kommt auch oft vor, daß Kokainuser, durch das Kokain ausgelöst, Hirnblutungen erleiden, die dann zu Lähmungen führen. Auch die psychische Abhängigkeit, in die sich ein Daueruser hineinbegibt ist nicht zu vernachlässigen. Nach Absetzung der Droge setzt ein starkes Verlangen nach eben dieser Substanz ein, mit dem man schon mal ganze Tage verbringen kann. Eine labiele Prsönlichkeit kann so leicht den ganzen Lebensinhalt auf diese Eine Droge abstimmen. Einen weiteren unerwünschter Nebeneffekt stellt die Tatsache dar, daß Kokain zu einer gewissen Impotenz führt, wenn es dauernd gebaraucht wird, diese Impotenz geht meißt mit einer sexuellen Interessenlosigkeit einher. Kokain selbst baut im K”rper auch eine Tolleranz auf, die dafür sorgt, daß die euphorisierende Wirkung nicht ständig die selbe ist. Es werden immer höhere Dosen nötig um die erwünschten Effekte zu erzielen. Das sorgt dann auch dafür, daß eine Überdosierung sehr leicht möglich ist. Auch der dauernde Gebrauch von großen Mengen Kokain sorgt für eine Zunahme der toxischen Effekte des Kokain. Beim Schnüffeln (durch ständige Reizung der Nasenschleimhaut) Geschwürbildung, Leberschädigungen, Gelbsucht (eine Leberkrankheit), körprlicher Verfall und allgemeine Abwehrschwäche. Auch psychisch ist ein Verfall zu beobachten, so treten Konzentrations- und Antriebsstöhrungen auf, werden Paranoia und Psychosen ausgelöst und es kann zu einer Umformung der gesammten Persönlichkeit kommen. "Das Endstadium ist gekennzeichnet durch erschütternde Bilder körperlichen und Seelischen Verfalls", so Prof. Helmut Coper, Direktor des Institutes für Neuropsychopharmakologie an der FU - Berlin.


Die Wirkungsweise des Kokain ist an sich doch recht hinreichend ergründet worden, hier mal mit einer Beschreibung der Symptome gepaart.

Daß die Wirkung einsetzt merkt der Kokser (beim Schnüffeln) an einer Betäubung am Übergang zwischen Nasen- und Rachenraum, der Stoffwechsel des Organismus wird verstärkt, der Blutzuckerspiegel steigt, eine verstärkung des Muskeltonus (Grundspannung der Muskeln) tritt ein, die Pupillen sind erweitert. Wahrscheinlich durch die Erhöhung des Blutzuckerspiegels bedingt, tritt ein starkes Sättigungsgefühl ein, welches dem Kokainuser vorspiegelt, gerade eine reichliche Mahlzeit genommen zu haben. Sowohl Puls als auch Atmung werden beschleunight. Einige Minuten nach Einnahme des Wirkstoffes dringt dieser ins Hirn ein und überschwemmt dort einige der wichtigsten Hirnregionen, so die Großhirnrinde, die für die Erinnerung und den Verstand zuständig ist, Teile des Zwischenhirns (Appetit, Gefühle, Schlaf) und das Kleinhirn (motorische Aktivitäten). In all diesen Regionen wird in die Kommunikation unter den einzelnen Nervenzellen direkt eingegriffen, was in diesem Falle zu einer Beschleunigung der Prozesse führt. So kann es zu einer starken Anhebung des Denkvermögens kommen, also einer verstärkung der assoziativen Fähigkeiten, was zu einer Gedankenflut führen kann, die jedoch leicht zu einer Überlastung führt, aslo dem totalen umkehren der Effekte. Ebenso kann die Konzentrationsfähigkeit erhöht werden. Jemand, der Kokain nahm und sich nicht ganz unter Kontrolle hat, kann also leicht von anderen als Hyperaktiv bezeichnet werden, was den Zusatnd eines Kokainnutzers (auch gelegentlicher oder einmaliger) nach Gabe der Droge auch recht gut beschreibt.


Zum Verteiler für diese Droge Das wars zur medizinischen Seite des Kokain.
Wie man am Kokain sehr eindrucksvoll sieht, kommt es bei
der Gefährlichkeit einer Droge immer auf die Verwendung an.
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ENDE



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