Die Botanik der, den LSD-Ausgangsstoff enthaltenden, Gewächse


Quelle: Erwin Bauereiß: "Heimische Pflanzen der Götter"
Brockhaus Biologie
Informationsreihe Drogen #1 "LSD"
Internet: Übersetzung selbst


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Die Ausgangsstoffe des Halbsynthetikums LSD-25 werden großtechnisch aus dem Mutterkorn (Claviceps purpurae) gewonnen. LSD-25 verdankt die 25 in seinem Namen der Tatsache, daß es die fünfundzwanzigste Substanz in der Reihe der Lysergsäureabkömmlinge war, die Dr. Albert Hofmann in seinem schweizer Sandozlaboratorium aus dem Mutterkorn gewann.

Der Mutterkornpilz in jungen Jahren
Die "Encyclopedia Britannica" beschreibt das mutterkorn als Schlauchpilz (Asomyceum), der in die von ihm befallenen Roggenähren einen bald wieder verschwindenden süßlichen gelben Schleim absondert. Darauafhin härt wird das Wachstum der Ähre unterbunden und sie bleibt kümmerlich. Das Pilzgeflecht, welches im Herbst bei geeigneter Witterung den Fruchtkörper, das Skleotikum, ausbildet, dringt nun in die Fruchtknoten der Pflanze ein. Tückisch daran ist, daß die Pflanze äußerlich (mal von den vereinzelt auftretenden phallusartigen Auswüchsen des Pilzfruchtkörpers abgesehen) nicht von gesunden Pflanzen zu unterscheiden ist. Der Parasit Mutterkorn existiert in 20 verschiedenen Arten weltweit, kommt jedoch nicht sehr häufig vor, da er eine sehr eng begrenzte Tolleranz gegenüber Witterungseinflüssen hat.

Heutzutage wird der Mutterkornpilze wegen der erhöhten Nachfrage seitens der Pharmaindustrie großtechnisch gezüchtet. Dies geschiet in großen Silos auf vegetativem Wege oder in Tanks mit Nährlösung auf industriellem Wege. In jedem Falle wird der Pilz zur Gewinnung des LSD-Ausgangsstoffes abgetötet. Dies bedeutet, daß zur Neuzucht Stammkulturen verwendet werden, was einer Degeneration vorbeugt. Die Zucht in Tanks bietet den Vorteil, daß ein Entweichen des Kulturschädlings nicht so leicht möglich ist, außerdem können dort sie Umweltbedingungen exakt eingestellt werden, was der Ausbeute förderlich ist. In den Tanks wird im Übrigen nur das Mycel gezüchtet, es kommt also nicht zur Fruktifikation, doch der geringere Wirkstoffgehalt des Mycel ist im Verhältnis zum Aufwand akzeptabel.


MutterkornzeichnungDas Mutterkorn gehört also zu den Schlauchpilzen, einer Gattung, die folgendermaßen definiert wird.
Schlauchpilze, Ascomycetes, eine Klasse von Pilzen, deren charakteristisches Organ das schlauchförmige Sporangium, der Askus, ist und die stats septierte Hyphen mit ein- oder mehrkernigen Zellen aufweisen. Ihre Querwände sind von einem einfachen Porus durchbrochen. Die Schlauchpilze vermehren sich ungeschlechtlich durch Konidien, die besonders bei den niederen Formen sehr reichlich ausgebildet werden, oder geschlechtlich durch Verschmelzung der Gametangien. Das rundliche, vielkernige weibliche Gametangium wird Askogon und das keulenförmige, vielkernige männliche Gametangium Anteridium genannt. Das Askogen besitzt ein Empfängnisorgan, die Trichogyne, die aus dem Antheridium das Plasma und die Kerne aufnimmt und in das Askogen weiterleitet (Plasmogamie). Bei den typischen Schlauchpilzen entwachsen danach dem Askogon die askogenen Hyphen, die den Sporophyten darstellen und an deren Enden sich die Aszi bilden. Erst im Askus findet die Kernverschmelzung (Karyogamie) statt. Plasmogamie und Karyogamie liegen zeitlich und räumlich auseinander, dazwischen ist die Paarkernphase (Dikaryophase) eingeschaltet, die als diploides Stadium mit noch individualisierten Kernen anzusehen ist. Im Askus erfolgt dann bei der ersten Teilung der diploiden Kerne die Reduktion, die entstehenden Askosporen sind haploid. Bei höher entwickelten Formen werden die Askosporen durch osmotischen Druck aus dem Askus herasugeschleudert. Die Aszi sind meist zusammen mit sterilen Hyphen, den Paraphysen, zu Hymenien vereinigt, die sich in oder z.T. auf hochdifferenzierten Fruchtkörpern befinden. Das Plektenchym der Fruchtkörper besteht aus haploidem Gametophytenmycel, der Sporophyt ist hier auf das befruchtete Askogen, die askogenen Hyphen sowie die Askusvorstufen beschränkt. Die Schlauchpilze werden nach der Ausbildung der Fruchtkörper und anderer Merkmale in fünf Unterklassen Aufgeteilt. Zu diesen Unterarten gehören auch so interessante Pilze wie die Hefen, die Schimmelpilze (also auch die penizillinerzeugenden Penicillium-Arten), die Echten Mehltaupilze (weißlicher Überzug auf Pflanzenblättern z.B. beim Flochs recht verbreitet), der Erreger des Ulmensterbens, die Morcheln und Lorcheln (also auch die Speisemorchel, en vorzüglicher Speisepilz und die Frührjahrslorchel, ein Giftpilz), verschiedene Fäulniserreger (z.B. die Edelfäule des Weins; das macht den Wein gleich um einiges teurer), die Tuberales (z.B. Trüffel) und eben der Mutterkornpilz als Vertreter der Klasse der Clavicipitales.
Der Mutterkornpilz tritt als Parasit auf Gräsern und Getreide, besonders Roggen auf und verursacht dort das Mutterkorn, ein vom Pilz in sein Dauerstadium, das Sklerotium, umgewandeltes Getreidekorn.Die Sklerotien enthalten stark giftige Alkaloide, Ergotamin und Ergotoxin, die vor allem in der Freuenheilkunde verwendet werden. Bei gehäuftem Vorkommen und schlechter Reinigung des Getreides traten früher Erkrankungen bei den Nutzern des Getreides auf (Kreidelkrankheit).


Doch der Mutterkornpilz ist nicht das einzige Gewächs welches Lysergsäure enthält.
Bedeutend sind zumindest noch zwei Pflanzenarten: die Baby Hawaiian Wood Rose und die Himmelblaue Trichterwinde (Morning Glory) bzw. andere Arten der Winden. Bei diesen Arten haben die Samen den größten Anteil Lysergsäure, die sich auch psychedelisch verbrauchen läßt.


Die Morning Glory (Himmelblaue Trichterwinde):
Die Trichterwinden sind eine weitere Gattung, in deren Samen sich LSA (Lysergsäureamid) und Ergotamin befinden.Tricolor Der erstere Stoff ist ebenfalls als LSD-Ausgangsstoff nutzbar. Hier mal die Beschreibung zu den Winden aus dem "Großen Kräuterbuch". Es sollte vorangestellt werden, daß man zum Erscheinungszeitpunkt diesen Buches noch nichts über die halluzinogenen Wirkungen der Samen der Winden wußte, oder zumindest erfolgreich verdrängt hatte. Bei der Behandlung der Geschichte des LSD wird dies noch erläutert.
"Winde; Gattung der Familie der Windengewächse.
Arten: Ackerwinde; weiße, außen blaßrötlich gestreifte Blumen; sie schlingt sich um die Halme von Getreide und anderer Gewächse, zieht diese oft zu Boden und wird dadurch schädlich. Kultiviert bekommen sie himmelblaue, innen gelbe und weiße Blüten und werden an Lauben gezogen. Sie wird vom Vie gerne gefressen.
Anwendung: Die Himmelblaue TrichterwindeAckerwinde gilt als eines der besten abführenden und galletreibenden Mittel, da es keine unangenehmen Nebenerscheinungen zeigt und auch geschmacklich den ausländischen Abführmitteln überlegen ist. 6-12 g auf eine Tasse Tee, auch in Verbindung mit blähungstreibenden oder galletreibenden Tees findet das Kraut gerne Verwendung. In der Höeopathie wird aus dem frischen, blühenden Kraut die Essenz bereitet.
Die dreifarbige Winde (C. tricolor) hat Trichterwinde in weißdie soeben beschriebenen Blumen und wird bei uns in Gärten kultiviert.
Die Purgierwinde (C. scammonia) ist in der Lavente heimisch, wird in England und auch bei uns in Gärten gezogen. Sie hat gelbe Blumen. Der milchige Saft wird gesammelt, an der sonne getrocknet und von den Aleppo aus nach Europa gebracht, wo man ihn als stark abführendes Mittel verwenet. Sie blüht vom Juli bis August und ist ausdauernd.
Der gleiche Milchsaft wird als Scammonium gebraucht. Es gibt davon folgende Sorten: Aleppisches Scamonium, es ist die beste und seltenste Sorte, sie ist grünlich aschgrau; Smyrnaisches Sc. es sind runde, breitgedrückte Stücke, sie schmilzt nur unvollständig uns löst sich überhaup schwer; Antiochisches Sc. ist bröcklich, bräunlich oder schwarz und mit anderen purgierenden Säften vermischt; Französiches Sc. war früher sehr berühmt, ist aber durch Ilape verdrängt worden.
Schildförmige Winde: sie wächst auf den Mollukken und liefert einen Teil des Rosenholzes, woraus ein stark riechendes ethärisches Öl (Rosenholzöl) gewonnen wird; es dient zur verfälschung des echten Rosenöls.
Anwendung: es dient aufgelegt gegen Entzündung und Eiterung der Brüste. Der kleberige Saft der Pflanze ist gut gegen Hornhautflecke und andere Hautkrankheiten."


Die Hawaiian Baby Woodrose (Argyreia nevosa Bojer.) aus der Familie der0Convolvulaceae: Sie kommt ursprünglich aus Indien. Sie ist eine große mehrjährige Winde mit herzförmigen Blättern, die bis zu 30 cm Durchmesser haben können und mit silbrigen Haaren besetzt sind. Die Blüten sind 5 bis 9 cm lang, rosafarben und sitzen an bis zu 20 Baby Hawaiian Woodrosecm langen Stielen. Die Hülsen trocknen zu einem gleichmäßigen dunklen braun, die ein bis vier hellbraune behaarte braune Samen. Ursprünglich kommt sie aus Asien, wurde dann aber in Hawaii eingeführt und kultiviert.
Zucht und kultivierung: In warmen Gegenden (Südkalifornien, Florida) kann sie im Freiland kultiviert werden, wenns kühler wird sollte sie in einem Glashaus gezogen oder in einem großen Topf untergebracht werden. Letzteres hat eine leichte Umsetzung bei Winterbeginn zum Ziel. Sie kann durch Setzlinge (Teile der Winde abschneiden und aussetzen, die Abschnitte schlagen Wurzeln) der Samen, und im Frühling durch Teilung des Ballens vermehrt werden. Die Samen sollen ein bis zwei Zentimeter in losen guten Boden eingesetzt werden. Es sollte keine Fußbodenheizung verwendet werden. Nach der Keimung spärlich wässern, die Erdoberfläche sollte bis ca. zwei cm trocken bleiben. Überwässerung läßt die Wurzeln faulen. Die Pflanze wächst langsam solange sie weniger als sechs blätter entwickelt hat, danach wächst die schneller, im ersten Jahr wächst sie zu einem kleinen Busch von 30 bis 90 cm Durchmesser. Während dieser Zeit sollte sie in einem goßen Topf gezogen werden und im Winter warmgestellt werden. Im nächsten Frühling wird sie zu einer großen Winde wachsen und Blüten und Samen tragen. In diesem zweiten Jahr sollte sie ausgepflanze werden oder in einem Glashaus existieren. Während kalter Winterzeiten sollten die Wurzeln herausgehoben werden und an einem kühlen Platz gelagert werden bis der Frühling wieder da ist.


Zum Verteiler für diese Droge Soviel zur Botanik der Lebewesen, aus denen
der Ausgangsstoff des LSD-25 gewonnen wird
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ENDE



harko