Die medizinischen Aspekte des LSD-25


Quelle: Informationsreihe Drogen #1 "LSD"
Erwin Bauereiß: "Heimische Pflanzen der Götter"
Dr. Ferdinand Müller: "Das große Kräuterbuch"


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Zu allererst einmal sind die Alkaloide des Mutterkornes giftig. Mutterkornvergiftungen können sowohl akuter Natur sein, als auch einen chronischen Verlauf annehmen. Die akute variante namens "Ergotismus gangraeonosus" kam in der Vergagenheit vor allem in Frankreich vor. Die chronische Form der Vregiftung "Ergotismus convulsivus" trat vor allem in Deutschland unter der Bezeichnung "Nervenkrankheit" auf. Letztere Form der Vergiftung gleicht in ihrem Erscheinen der Epilepsie, jedoch mit dem Unterschied, daá die betroffene Person bei vollem Bewußtsein bleibt. Es treten im wesentlichen folgende Symptome auf: Die Gliedmaßen krampfen sich zusammen, die Muskeln arbeiten unkoordiniert gegeneinander, die Hände ballen sich zu Fäusten, s„mtliche Gesichtsmuskeln inclusive der Zunge sind stark verkrampft, zusätzlich überlaufen den Betroffenen heiße und kalte Schauer sowie Leibkrämpfe mit starkem Würgereiz. Diese Krämpfe kehren in unregelmäßigen Abständen täglich über längere Zeit wieder (Woch bis Monate) und dauern oft mehrere Stunden an.


Sehen wir uns jedoch die Wirkungen des LSD-25 auf die menschliche Wahrnehmung an.
Es ist unmöglich alle mentalen Wirkungen des LSD-25 darzustellen, da diese so unterschedlich sind, wie die Persönlichkeiten derer, die die Substanz nahmen. Doch wenn man diejenigen aufschreiben will, die nahezu immer auftreten, dann kommt folgendes heraus: Veränderung der visuellen, auditiven, taktilen, der Geruchs-, der Geschmacks- und der kinästhetischen Sinneswahrnehmung, Veränderungen in der Raum - Zeitwahrnehmung, qualitative wie quantitative Veränderung des Denkens, sowohl der Wahrnehmung der Physiognomie; Halluzinationen, lebhafte Bilder - bildhafte Konfigurationen einer Ideenschau - mit geschlossenen Augen gesehen; stark erhöhte Sensibilität der Farben; jähe, häufige Stimmungs- und Affektwandlungen; verstärkte Erinnerungs- oder Gedächtnisleistungen; Egoverlust und Aufl”sung der Ichinstanz; gedoppeltes, verfielfachtes und fragmentiertes Bewußtsein; scheinbare Wahrnehmung der inneren Organe und Körperprozesse; Auftauchen unbewußten Materials; gesteigerte Empfindsamkeit für sprachliche Feinheiten; erhöhte Empfindsamkeit für nichtsprachliche Andeutungen; Gefühl der Fähigkeit, mit nichtverbalen Mitteln besser kommunizieren zu können; manchmal einschließlich telephatischer Wege; Empfindung engagierter Einfühlsamkeit; Regression und "Primitivisierung"; offenkundig gesteigerte Konzentrationsfähigkeit; Vertiefung von Charakterzügen und psychodynamischen Vorgängen; eine offenkundige Nacktheit psychodynamischer Prozesse welche das wechselseitige Zusammenspiel von ideeller Konzeption, Gefühl und Wahrnehmung sowie der Intelligenz unbewußter Prozesse deutlich macht; Interesse für philosophische, kosmologische und religiöse Fragen; und im allgemeinen ein Auffassen einer Welt, welche die Ketten normaler kategorischer Ordnung abgestreift hat, was zu einem intensiven Interesse an der eigenen Identität und der Welt führt und auch zu einer Skala von Reaktionen, die sich von den Extremen der Angst zu den Extremen der Lebensfreude erstreckt.


Eine andere Beschreibung der Wirkungen im Folgenden: Die subjektiven Wirkungen der Droge sind bei hoher Dosierung spektakulär. Sie ähneln den durch andere Halluzinogene hervorgerufenen, doch spielen sie sich (bei starker Dosis) auf einer größeren Skala ab; sie schließen eine Stimulierung des zentralen und vegetativen Nervensystems ein, Stimmungsschwankungen (von Euphorie und Größenwahn bis zu punktueller Angst, Panik und Paranoia); ein Gefühl der Bedrohtheit der Ichinstanz; eine Intensivierung der Farbwahrnehmungen, sie erscheinen leuchtender; Schärfung der anderen Sinne, so daß höhere Töne verstärkt werden, Speisen besser schmecken und normalerweise unbemerkte Aspekte von Dingen (etwa Poren im Betong) plötzlich wie lebendig werden; das Verschwimmen der einzelnen Sinne (Synäshesie); Klänge werden etwa als Farbmuster wahrgenommen; ein wellenartiges Zeitgefühl, in dem Sekunden wie eine Ewigkeit erscheinen; Verzerrungen in der räumlichen Wahrnehmung, so daß Gegenstände der Umfeldes verfließen, sich zu verschieben scheinen; ein Gefühl der Depersonalisierung, ein sich gleichzeitig innerhalb wie außerhalb des Selbst wähnen; eine damit verwandte (auflösende) Verschmelzung mit der Außenwelt und ein Verlust der Subjektivität; eine Wahrnehmung von Gegenständen, als würden sie ohne Struckturierung durch perzeptive "Raster" zum ersten Mal erblickt. Vorspiegelungen von Blumen, Schlangen, Tieren, anderen Leuten etc., welche die Versuchspersonen gewöhnlich als Halluzinationen erkennen, obwohl sie nicht die Kraft haben sie zum Stillstand zu bringen; ein Gefühl der Nähe, oder Verschmelzung mit anderen Personen im Zimmer, als hätten sich die Schranken zwischen den Individuen aufgelöst; gesteigerte Sinnlichkeit und sexuelle Erregtheit (die Droge ist weder ein Aphrodisiakum, noch ein Anaphrodisiakum, die überwältigende Wirkung auf den Geist macht es jedoch eher zu letzterem); lebhafter Farb- und Formenwirbel bei geschlossenen Augen; Beeinträchtigung der Körperkoordinierung und der Schmerzempfindlichkeit; Beeinträchtigung der Performanz bei Intelligenztests; manchmal ein Vernehmen von Stimmen, die dem User etwas befehlen; und das Freiwerden von verdrängtem unbewußtem Material, bisweilen in der Form erschreckender, traumartiger visueller Symbole und Zusammenbrechen des Bewußtseins sowie der Über-Ich-Beschränkungen ...


Doch kommen wir zum LSD-25 als Heilmittel und Hilfsmittel zur Heilung.
LSD-25 wurde, und wird in der Neurologie und Psychologie mit großem Erfolg angewendet, auch wenn die Entwicklungen der letzten Jahre (Kriminalisierung) zu einem Rückgang der Nutzung geführt haben. Doch auch in anderen Bereichen der Medizin kann LSD verwendet werden. So hat ein gewisser Dr. Eric Karst, ein sehr bekannter Psychiater, an einem Chicagoer Krankenhaus LSD an 50 sterbenskranke Patienten verteilt, von denen die meisten Krebspatienten im fortgeschrittenen Stadium waren, andere litten an brandigen Gliedern. Bei diesen Patienten linderte LSD die Beschwerden beträchtlich und über längere Zeit, als dies mit anderen extrem starken Schmerzstillern möglich war ( Mepheridin, Dihydro-Morphinon usw.). Durchschnittlich dauerte die Wirkung der herkömmlichen Mittel ca. 2 bis 3 Stunden, LSD schaffte es auf 92 Stunden. Quasi als Nebeneffekt fiel eine drastisch geänderte Einstellung der Patienten zu ihrer Krankheit ab. Es war durchweg zu beobachten, daß diese Patienten dem Prozess ihres eigenen Sterbens sehr viel gefaßter gegenübertraten als vor der Behandlung. Der Angst vor der eigenen Krankheit und der Hysterie, die dadurch ausgelöst wird traten vorübergehend gegenüber einer gewissen Dankbarkeit für die bloße Existenz in den Hintergrund. Diese als sehr erstrebenswert einzuschätzende Wandlung der Grundeinstellung hielt in manchen Fällen noch bis zu zwei Wochen an, also für eine Zeit, in der die eigentliche Wirkung der Droge schon längst verflogen war.


Zum Verteiler für diese Droge LSD wird heute kaum noch in der Medizin eingesetzt, doch das
Wissen um seine medizinische Verwendbarkeit ist vorhanden.
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ENDE



harko