Meskalin in der Geschichte


Quelle: Informationsreihe Dorgen #3: "Meskalin, Peyote ..."
Louis Lewin: "Phantastica"


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Louis Lewin beschreibt in seinem Buch "Phantastica" ein wenig den Peyote in seiner geschichtlichen Wandlung. Als erstes führt er ein Zitat an, welches die wohl erste Beschreibung des Peyote durch einen Nichtamerikaner darstellt.
"... Sie kennen auch den Peyotl. Diejenigen, welche den Peyotl essen, genießen ihn anstelle von Wein, desgleichen den Giftpilz Nanacatl. Sie versammeln sich irgendwo in der Steppe, dort tanzen sie und singen die ganze Nacht und den ganzen Tag. Und am anderen Tag kommen sie wieder zusammen und weinen, weinen sehr. Damit (mit den Tränen), so sagen sie, waschen sie sich die Augen und machen die Augen wieder rein."
Auch die Kirche erkannte schnell, daß eine solche Droge die Macht der Prister und Missionare zu untergraben geeignet war, wurde doch durch sie die Möglichkeit geschaffen göttliche Visionen zu haben, Wahrsagerei zu betreiben oder Gerechtigkjeit zu finden ohne dabei auf die Aussagen der christlichen Kirche und ihrer "Bevollmächtigten" angewiesen zu sein. Das schlimmste jedoch scheint die Tatsache zu sein, daß sich ein Peyoteesser allen anderen überlegen oder zumindest gleichwertig fühlt, was ja nicht im Sinne einer hirarchischen Struktur wie der Kirche sein kann. Somit soll es nicht verwundern, daß die Kirche versuchte den Peyoteverzehr auf die selbe Stufe zu stellen wie die schlimmsten religiösen Verbrechen. In einem Buche dieser Zeit sind darüber Aufzeichnungen enthalten, die ein Beispiel einer Beichte aufzeigen.
"Bist Du ein Wahrsager, verkündest Du zukünftige Ereignisse indem Du Zeichen liest, Träume deutest oder Kreise oder Figuren auf dem Wasser machst? Kränzest Du mit Blumen die Plätze, an denen Idole aufbewahrt werden? Kennst Du Zauberformeln für Jagdglück oder das Herbeiziehen von Regen? Saugst Du das Blut anderer Leute? Treibst Du Dich in der Nacht umher um die Dämonen um Hilfe anzurufen? Hast Du Peyotl getrunken oder ihn anderen zu trinken gegeben um Geheimnisse ausfindig zu machen oder gestohlene oder verlohrene Gegenstände zu entdecken?"
Bei dieser Fragestellung wird bewußt der Gebrauch des Peyote mit dämonischen und zu tiefst verwerflichen Handlungen auf eine Stufe gestellt, der Befragte sollte sich richtig mies bei dem Gedanken an Peyote fühlen. Doch aus dieser Handlungsweise läßt sich recht gut die Erkenntnis der Kirche ableiten, daß Peyote auch als religiöses Sakrament gesehen wird. Tatsache ist jedoch, daß die Pflanze selbst als Inkarnation einer Gorttheit verehrt wurde. Lewin stellte fest, daß diese Pflanze schon sehr lange verwendet zu werden scheint und erst dann nicht mehr als Sakrament brauchbar sein wird, wenn sie ausgerottet ist. Lewin rechnete nicht mit der Zuchtleidenschaft der Genuß- und Anbetungswilligen Menschen. So, das solls gewesen sein zur Geschichte des Peyote in der ferneren Vergangenheit.


Kommen wir zum Peyote in unsrer Zeit. Diesen zeitabschnitt möchte ich bei der Besidelung des nordamerikanischen Kontinentes durch eingewanderte Europäer beginen. Zu dieser Zeit nämlich wurde Peyote auch dort eingeführt und von den Prärieindianer dankend entgegengenommen, da diese sehr viel von Visionen hielten. Auch konnte sich so eine Einigkeit unter dieser Bevölkerungsschicht bilden, die sich vor das Problem gestellt sah, daß man ihnen das Land, welches sie bis dahin als Gottheit verehrten, raubte, die Büfelherden im Schwinden waren und für die einzelnen Stämme nur Reservate zur Verfügung gestellt wurden, die bei weitem nicht das boten, was zum Leben nötig war. In dieser Zeit also ist der Beginnn des noch heute ausgeübten Peyotekultes unter den noramerikanischen Indios anzusiedeln. Dieser Kult war im übrigen fast noch stärker ritualisiert als der ursprünglich aus Mexiko eingeführte Kult. Bis zur Jahrhundertwende diesen Jahrhunderts hatte sich bei mehr als 50% der nordmerikanischen Indianer ein stark ritualisierter Peyotekult eingebürgert, der im Gegensatz zu den sonst dort üblichen, auf Tanz basierenden Riten, auf Meditation, Gesang und Rezitation von Zauberformeln basierte. Da es in der heutigen Zeit für so ausgibige Zeremonien, wie das Essen von Peyote, nur wenige Möglichkeiten gibt, wird eine solche Peyotesitzung meißt am Samsatg Abend beginnen und in den Sonntag hineingehen. Nach der Sitzung gibt es meißt ein ausgiebiges Mahl. Diese Peyotekulte selbst sind zumeißt eine Mischung aus Naturreligion und Christentum, was sich auch in den Sitzungen selbst niederschlägt. Da jedoch zu Anfang diesen Jahrhunderts die weitaus meißten Staaten ihre ersten Drogengesetze (nur Deutschland hatte mit dem Reinheitsgebot schon vorher ein solches Gesetz erstellt [Pilsener Bier geht auf den berauschenden Zusatzstoff Bilsenkraut zurück) erließen schien es möglich, daß diese Kulte in die Illegalität verbannt werden. In der Verfassung der USA jedoch gibt es eine Klausel, die jedem Bürger seine uneingeschränkte Religionsfreiheit zusichert, was dann auch auf diesen Kult angewendet wurde, der sich seit 1918 "Native American (Peyote) Church" nennt. Voraussetzung wr die Erkenntnis, daß Peyote bei diesen Gruppen angemessen als Sakrament verwendet wurde, und im Übrigen auf das Familienleben dieser Leute poitiv wirke. Es war auch so die Möglichkeit gegeben die Indios vom Alkohol wegzubringen. Derzeit sind auch seitens anderer Releigiöser Vereinigungen rechtliche Bestrebungen im Gange den Peyotegebrauch für sich zu legalisiern, was aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes gute Chancen auf Erfolg haben sollte.


Unter Nichtindianern war dem Peyote zwar kein religiöser Inhalt beschieden, doch die Forschung hatte sich recht bald begonnen für diese außergewöhnliche Pflanze zu interessieren. 1888 konnte Louis Lewin nachweisen, daß sich in dieser Pflanze Alkaloide befinden, welche dann auch isoliert wurden und deren Hauptkomponente "Meskalin" genannt wurde. Dieses Molekül konnte auch synthetisch hergestellt werden , was die pharmakologischen Forschungen erheblich vereinfachte und die Untersuchungen am Kaktus selbst in den Hintergrund treten ließen. Die letzte wirklich großangelegte Studie über Peyote wurde 1927 angelegt und ist auf die psychologischen Gesichtspunkte des Rausches beschränkt.
Unter den Weißen Nordamerikas spiele Peyote (und Meskalin) erstaunlicherweise während der gesammten ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts kaum eine Rolle. Erstaunlich ist dies nur deshalb, weil der Meskalinrausch kaum von dem des LSD-25 zu unterscheiden ist. LSD-25 jedoch erfreute sich quasi seit seiner Entdeckung einer stetig wachsenden Beliebtheit. Erst im Weiteren Verlauf der Zeit nahm die Beliebtheit diesen Halluzinogens stark zu. Auch die Tatsache, daß es recht einfch zu isolieren und die Pflanze recht einfach zu züchten ist, spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle.


Zum Verteiler für diese Droge Neben dem Alkohol ist Meskalin die einize Droge, die es geshafft hat
von der westlichen Welt als sakrale Droge anerkannt zu werden.
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ENDE



harko