Die Geschichte des Amanitagebrauches


Quelle: Ronald Rippchen: "Zauberpilze"
Louis Lewin: "Phantastica"


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Eine "erste Aufzeichnung" des Fliegenpilzgebrauches Ein Fliegenpilzpäärchenist eigentlich nicht vorhanden, doch es ist bekannt, daß der Gebrauch dieser Pilze in verschiedenen Kulturkreisen auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken kann. In Osteuropa, also im wesentlichen dem gesammten Gebiet Rußlands und der angrenzenden Staaten gleicher Breite ist der schamanistische und freizeitgestaltende Gebrauch des Fliegenpilzes noch vor einigen Jahrzehnten sehr gebräuchlich gewesen und dürfte es heute noch sein. Auch viele Sagen der Germanen weisen auf eine tiefe Verehrung des Fliegenpilzes hin, so wurde berichtet, daß Wothan, der germanische Gott der Extase und der Erkenntnis für die Entstehung der Fliegenpilze zuständig ist. Der Sage nach reitet Wotan nebst Gefolge zur Wintersonnenwende durch die Wolken. Immer dort, wo nun der Geifer seines Pferdes auf die Erde fällt, sollen dann genau neun Monate später im Herbst Fliegenpilze aus dem Boden sprießen.
Wieder andere Mythen lassen den Schluß zu, daß die Berserker bzw. die Berserkerwut auf den Genuß von Fliegenpilz zurückgeht. Andererseits wird von anderer Stelle genau diese These bezweifelt, allerdings mit der Bergündung, daß die einzige Droge, welche Aggressionen auslzulösen vermag der Alkohol ist.
Taositische Alchymisten dienten Fliegenpilzextrkte als Zutaten zu diversen Unsterblichkeitselixieren, und auch im Hindukusch hat sich ein altes Ritual erhalten, bei welchem ein Gebräu aus Fliegenpilz, Bergspringkraut und übersäuerter Ziegenkäselake genommen wird. Der Fliegenpilz hat dort den eindeutigen Namen "Augenöffner". In Ägypten hieß der Fliegenpilz "Rabenbrot", eine Bezeichnung die man selbst heirzulande noch des öfteren hört, wobei der dieser Name im germanischen wahrscheinlich auf die beiden Raben des Wotan-Odin zurückgeht. Mitunter wird auch die Vermutung geäußert, daß das legendäre Soma der Rigweda mit dem Fliegenpilz identisch sei, doch wurden hierfür leider noch keine Beweise gefunden. Aus der Steiermark sind Bräuche überliefert, die ebenfalls den Fliegenpilz als Zentrum haben, auch wenn der Pilz hier nicht verzeht, sondern eher als Beschwöhrungmittel zum Auffinden von Speisepilzen genutzt wird. Schaut man sich die Bedeutung der Birke im Schamanismus an, so liegt der Schluß nahe, daß sich diese etwas mystische Rolle auf die Symbiose mit dem Fliegenpilz bezieht, die dafür sorgt, daß amnunter Birken die sichersten Vorkommen des FLiegenpilzes erwarten kann.


1440 wurde der Fliegenpilz in der Literatur erstmals erwähnt. Dies geschah im Kräuterbuch des Johannes Hartlieb, wobei auch dieser den Irrtum niederschreibt, daß sich mit dem Fliegenpilz Fliegen töten ließen. Diese "Weißheit" kann man jedoch auch Jahrhunderte später noch hören, wobei die verschiedensten Rezepte zum Fliegen- (oder Mücken-) -töten angegeben werden. Beobachtet man die so "getöteten" Insekten jedoch auch nach ihrem Herunterfallen noch ein Weilchen, so wird man feststellen, daß sie lediglich betäubt sind und nach einer kurzen Zeit wieder auf und davon sind. Doch immerhin läßt sich auf diesen Effekt der scheinbaren Fliegentötung der Name des Fliegenpilzes herleiten. Bei Hartlieb heißt er noch "Mucken Swamm", auf lateinisch "muscinery"; immerhin läßt sich so das "muscaria" im lateinischen Namen des Fliegenpilzes herleiten. Erstaunlich ist jedoch, daß die halluzinogenen Eigenschaften über die Jahrhunderte hinweg nicht in der Pflanzenliteratur erwähnt wird, sondern das akademische Wissen darum erst aus Sibieren eingeführt werden mußte.


In der europäischen Kultur hat sich der Fleigenpilz jedoch einen festen Platz erpbert. Er wurde zwar für schädlich gehalten, der Volksglaube jedoch bringt ihn stets mit Hexen und Zauberern in Verbindung, was je nach Auslegung zu Abscheu oder Verehrung veranlaßte, je nachdem ob die Dienste einer Hexe oder eines Zauberers benötigt wurden, oder ob man dieser Personengruppe das letzte erlittene Übel zuschrieb. Die sichersten und bekanntesten Hinweise auf den Fliegenpilz sind jedoch noch heute allgegenwärtig. So ist es doch verwunderlich, daß gard ein als tödlich giftig geltender Pilz (dies ist in sämmtlichen mir bekannten Pilzführern so) einer der bekanntesten Glücksbringer ist. Betrachtet man sich die anderen Glücksbringer, so haben sie alle einen materiellen Hintergrund, oder bezeichnen ein seltenes Vorkommen. Das Schwein bezeichnete seit alters her den Reichtum, denn auch früher war ein Schwein sehr teuer, der Schornsteinfeger kam immer am Ende des Winters, also war die kalte hungrige Jahreszeit vorbei, das vierblättrige Kleeblatt stellt ein seltenes Vorkommen dar, und weist außerdem auf eine fruchtbare Wiese hin, die dem Besitzer sicher wohlgenährtes Vieh beschert und der Glückspfennig ist eindeutig auf den Geldbesitz zurückzuführen. Da der Fleigenpilz nun jedoch weder sehr selten vorkommt, noch Reichtum oder Wohlergehen verspricht (giftig), bleibt nur seine Verwendung als Rauschmittel übrig um ihn als Glücksbringer zu "qualifizieren". Ein weiterer Hinweis auf den Fliegenpilz wird fast jedem Kind schon in frühester Jugend nahegebracht. Gemeint ist hier das Kinderlied vom Männlien im Walde mit dem purpurnen Mäntlein, das da ganz still und stumm auf einem Bein steht.


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harko