Amanita medizinisch


Quelle: Louis Lewin: "Phantastica"
Ronald Rippchen: "Zauberpilze"


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Da Amanita in seinen verwertbaren Erscheinungsformen zur Heilung nicht verwednet wird, werde ich mich mit den physischen und psychischen Auswirkungen begnügen. Ein wenig Schamanismus wird auch besprochen. Louis Lewin hat in seinem Buch "Phantastica" eine schöne Beschreibung der Bräuche verschiedener Volksstämme beschrieben, die jedoch recht stark von der etwas überheblichen Einstellung eines Vertreters des westlichen Kulturkreises geprägt ist, die sich teilweise darin ausdrückt, daß ländliche oder ethnische Bräuche, die sich einer rationalen Untersuchung entziehen durchweg als Anzeichen eines minderen Intelligenzgrades gewertet werden und somit die entsprechenden Menschen als minderwertig einzustufen sind. Andererseits kann man ihm auch nicht vorwerfen unmenschlich zu sein, es war eben die damalige Weltsicht des aufgeklährten Menschen, der sich selbst und seine Ansichten nun mal als Maß aller Dinge sah.


Doch nun zu den Ausführungen Lewins:
"Seine (des Fliegenpilzes) Wirkungen sind seit langer Zeit bekannt. Man hat sie sogar in Verbindung mit den alten Angaben gebracht, daß norwegische Männer oder Riesen des Altertums, die Ein P„rchen Fliegenpilzman 'Berserker' nannte, zeitweilig in eigenartige Zustände von Wildheit oder Wut geraten sein sollen. Dies sei, so meinte man, durch den Genuß von Fliegenpilz zustande gekommen, der für diesen Zweck bei allen nordischen Völkern bis nach Island hin Verwendung gefunden habe. Es kann dies nur eine Vermutung bleiben."
Da dieser Pilz jedochnicht überall wächst wurde (und wird) er recht rege gehandelt, was dazu führte, daß in Gebieten, in denen der Pilz nur sehr spährlich wächst, im Winter bisweilen ein Rentier gegen einen Pilz eingetauscht wurde.
"Zur Herbeiführung der gewünschten Wirkungen und für einen Tag reicht ein großer oder zwei bis drei kleine Pilze, die an der Luft oder im Rauch getrocknet wurden. Die kleineren reichlich mit weißen Warzen betüpfelten sollen, wie die Kamtschadalen sagen und was mir zutreffend erscheint, stärker wirken als die großen blaßroten und weniger getüpfelten. Es werden auch kalte oder warme, wäßrige oder milchige Auszüge aus den Pilzen als solche oder mit dem Safte der Trunkelbeere, oder des schmalblttrigen Weidenröschens getrunken."
Da es sich bei den letztgenannten Kombinationen um eine Vermischung verschiener Halluzinogene handelt sollte man sich vor der Nutzung solcher Informationen ganz genau überlegen, was man da so zu sich nimmt.
"...daß Korjäken, Kamtschadalen usw. gefunden haben, daß der Harn eines durch Fliegenpilz Berauschten gleichfalls berauschende Eigenschaften besitzt. Wer lehrte sie die Tatsache, daß das wirksame Prinzip des Pilzes nicht im Körper zerstöhrt, und durch den Harn so ganz ausgeschieden wird, daß dadurch die gleichen Gehirnwirkungen wie durch den Pilz selbst ausgelöt werden? ... Den Berauschten reichen dei Korjäkenweiber ein extra lediglich für diesen Zweck bestimmtes Blechgefäß, in das sie in aller Gegenwart ihren Urin entleeren. Der oft noch warme wird von dem aus dem Schlafe Erwachten getrunken und übt nach wenigen Miuten wieder seine Wirkung aus. Diese soll sich auf diesem Wege merhrfach verlängern lassen. ... Auch der Harn eines anderen Berauschten übt n„mliche Wirkung aus - wie es scheint nur ein Mal ...."
Es ist erwiesen, daß die im Fliegenpilz vorhandene Ibotensäure nur zu einem Teil in Muscimol umgesetzt wird, der Rest wird ausgeschieden. Wird dieser Rest dann einer weiteren Verwertung zugeführt (getrunken), so beginnt der Kreisloauf von vorn. Das kann dann so lange fortgesetzt werden, bis keine Ibotensäure oder Muscimol mehr im Harn vorhanden sind. Da die jukagierischen Schamanen vor einer spirituellen Sitzung immer einen solchen Pilzharn zu sich nehemn sollen ist anzunehmen, daß nicht nur Armut oder Sparsamkeit zu solchen Handlungen verleiten. Wahrscheinlich ist, daß der Ibotensäure-, Muscimolhaltige Harn weniger physische Nebenwirkungen mitsich bringt, als der Pilz an sich, warscheinlich weil eventuelle Sekundärchemikalien schon im vorigen Organismus absorbiert wurden.


Die Individualität des einzelnen Menschen hat auf die Wirkung, wie bei den meißten Halluzinogenen, einen entscheidenden Einfluß. Auch ist es wichtig, ob der Pilz auf nüchternen Magen genommen wird, Zeichnung des Fliegenpilzesoder nach einer Mahlzeit ein Rausch gewünscht wird. Sollte der Pilz nach einer, möglicherweise rituellen, Fastenzeit eingenommen werden, so wird die Wirkung eher einsetzen und heftiger sein, als nach einer reichlichen Mahlzeit. Der Beginnn der Wirkung fällt gewöhnlich in die erste, machmal auch in die zweite Stunde nach Einnahme. Das Bewußtsein ist in der Regel zu Beginn noch erhalten, es tritt allenfalls eine leichte Betäubung ein, die den User aber gewöhnlich nicht sehr beeinträchtigt. In diesem ersten Zustand herrscht allgemein ein wohliges Glücksgefühl. Daraufhin setzen Halluzinationen ein, während derer der User den Bezug zur Realität verliert, und die Wahrnehmungen für echt hält. Es kommt meißt nicht die Idee, daß es sich um die Wirkungen einer Droge handeln könnte, so wie es bei LSD und Psilocybe-pilzen der Fall ist. Größere Mengen der Droge können auch zu richtigen Wahnvorstellungen führen und handfeste Psychosen auslösen (so mit Jesus, Religion und Co.).
"Beobachtungen über schädliche Folgen des gewohnheitsmäßigen Pilzgenusses liegen aus begreiflichen Gründen kaum vor. Es ist anzunehmen, daß im Laufe der Zeit die sich immer von neuem wiederholenden materiellen Beunruhigungen des Gehirns Abstumpfungen in den Funktionen herbeiführen, die freilich bei dem niedrigen geistigen Niveau der in Frage kommenden Stämme nicht leicht erkennbar zutage treten. Immerhin wird doch schon angegeben, daß selbst innerhalb dieses Kreises geistiger Beschränktheit eine Abnahme bis zum Stumpfsinn zustande kommt. Der Grad muß nicht gering sein, um so noch auffallen zu können."
Um es mal zu konkretisiern, Lewin spricht hier von der Bevölkerung eines ganzen Kontinientes (der sich jedoch außerhalb seines eigenen Kulturkereises befindet und deshalb durch Unverständnis für geistig behindert angesehen wird.)


In "Zauberpilze" wird eine Fliegenpilz- (Pantherpilz)vergiftung fogendermaßen beschrieben:
Eine halbe bis zwei Stunden nach Verzeht Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen, erweiterte Pupillen und Seestöhrungen (wie bei Atropin, daher Pilzatropin), darauf Halluzinationen, geringeres Realitätsempfinden, Bewußtlosigkeit mit glegentlich lichten Momenten, danach tiefer komatöser Schlaf. Nachwirkungen wurden bisher keine beobachtet (außer einem handfesten Kater bisweilen), doch Ibotensäure erwies sich als starkes Neurotoxin, wenn es direkt ins Gehirn von Versuchstieren gespritzt wird.
Als Gegenmaßnahmen kann man Erbrechen hervorrufen, nötigstenfalls auch den Magen ausspühlen (in Extremfällen). Alle weiteren Vergiftungen, also alles was hier nicht aufgeführt wurde, geht auf irrtümlich verzehrte Pilze zurück und sollte so schnell wie möglich einem Artz vorgestellt werden.


Zum Verteiler für diese Droge Wenn die Schulmedizin was nicht anwenden kann, dann
heißt das noch lange nicht, daß es wirkungs- und nutzlos ist.
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ENDE



harko