Botanik der psilocybinhaltigen Pilze
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Quelle: Brockhaus Biologie Ronald Rippchen: "Zauberpilze" Dr. V. Kindt: "Speisepilze selbst angebaut" VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin |
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Die Pilze, die hier betrachtet werden sollen gehören zu den Ständerpilzen.
Basidiomycetes, eine Klasse der Pilze, die sich durch die Ausbildung eines typischen Sporenständers (Sporangium), der Basidie, kennzeichnet. Sie haben meißt ein gut ausgebildetes, ausdauerndes Mycel, das aus vielen septierten, chitinhaltigen Hyphen besteht, deren Querwände tonnenförmige Tüpfel (doliporus) aufweisen, die auf beiden Seiten von einem Parenthosom bedeckt sind.
Die ungeschlechtliche Vermehrung ist bei den meißten Arten nicht so stark ausgeprägt wie bei den Schlauchpilzen. Dafür ist die geschlechtliche Fortpflanzung sehr einheitlich und charakteristisch für alle Ständerpilze. Typisch ist dabei die völlige Unterdrückung von Geschlechtsorganen; dabei bleibt jedoch die Sexualität erhalten, da die Basidiosporen verschiedengeschlechtlich sind und sich auf die aus ihnen entstehenden Hyphen, die einkernige Zellen aufweisen, überträgt. Diese haploide Phase, die dem Gametophyten entspricht, ist bei den Ständerpilzen relativ kurz. Sobald sich nämlich zwei verschiedengeschlechtliche Hyphen nähern, findet eine Zellverschmelzung (somatogamie) statt. Die Kerne vereinigen sich jedoch noch nicht, und es kann eine sehr lange Paarkernphase (Dikaryophase) des Mycels auftreten. Am Paarkernmycel der Ständerpilze erfolgt jede Zellteilung unter sogenannter Schnallenbildung. Dieses Schnallenmycel kann praktisch unbegrenzt weitervermehrt werden, und es bildet unter bisher ungeklährten Bedingungen Fruchtkörper aus. Im Gegensatz zu den Schlauchpilzen wird bei Ständerpilze der Fruchtkörper vom Dikaryotischen Mycel ausgebildet. Bei rückgebildeten Gruppen können die Fruchtkörper auch fehlen. Die Kernverschmelzung (Karyogamie) geschieht erst in der Basidie, die an ihrer Spitze nach der Reduktionsteilung meist vier endogen angelegte Sporen durch Sprossung abschnürt. Diese Basidiosporen stehen auf kleinen Stielchen, den Sterigmen.
Die Ständerpilze werden in zwei Unterklassen eingeteilt, die Phragmobasidiomycetidae, von denen fast keiner einen Fruchtkörper ausbildet und die Holobasidiomycetidae, zu der fast alle der uns bekannten Speise- und Giftpilze gehören. Sie bilden fast alle ein ausdauerndes Mycel und einen ausgeprägten Fruchtkörper aus, nach dem die einzelnen Untergruppierungen dann auch sortiert sind.
Hier soll vor allem die Unterordung der Agaricales (Blätterpilze, Hutpilze) interessieren. Diese Unterordung enthält die meißten der uns bekannten Speise- und Giftpilze. Sie zeichnet sich durch einen gestielten Fruchtkörper mit Hutförmiger Kappe aus, an deren Unterseite sich das nicht nach und nach, sondern auf einmal angelegte Hymenium befindet. Es überzieht meißt radial stehende Lamellen (Blätterpilze im engeren Sinne) oder bekleidet die inneren Wandungen von Röhren, die zu vielen zu einer leicht ablösbaren Fruchtschicht vereinigt sind, und porenartige Öffungen aufweisen (Röhrenpilze). Bei den meißten Vertretern ist an den jungen Fruchtkörpern der Hutrand mit dem Stiel verwachsen und bildet ein Velum partiale,wodurch das sich darunter befindliche Hymenium erst bei Streckung des Hutes freigelegt wird. Das Velum bleibt als Ring oder als Schleier am Stiel zurück, es kann aber auch ganz verschwinden. Einige Arten haben ein Velum universale, das Hut und Stiel ganz einhüllt. Viele der hierher gehörenden Pilze sind ausgesprochene Mycorrhizabildner und im Vorkommen an bestimmte Partner, meißte Laub- und Nadelbäume, gebunden.
Ein Pilz besteht also aus dem Mycel und dem Fruchtkörper (das was gemeinhin als Pilz bezeichnet wird). Das Mycel selbst ist der vegetative Hauptteil des Pilzes, das geht sogar soweit, daß das größte Lebewesen der Erde ein Pilz ist. In Kalifornien wurde ein Pilz (Hallimasch) als einzelnes Lebewesen identifiziert, der über eine Fläche von etwas mehr als 15ha verteilt lebt und ein geschätztes Gewicht von 10 Tonnen hat. Sein Lebensalter wird auf ca. 1500 Jahre beziffert. Bei entsprechender Witterung komt es dann vor, daß aus dem Mycel einzelne Verdickungen heranwachsen, die sich sehr schnell zu großen Fruchtkörpern ausbilden, den Pilzen (umgangssprachlich). Diese Fruchtkörper enthalten an der Unterseite Sporen (liegen auf den Oberflächen der Lamellen oder des Röhrenschwammes), die unter günstigen Bedingungen wieder neue Pilze hervorbringen. Jeder Fruchtkörper enthält mehrere hundert Millionen Sporen. Treffen sich nach dem Keimen der Sporen die Mycelien zweier solcher Sporen, so befruchten die sich, und es entsteht aus zwei monocaryoten Mycelien ein dicaryotes Mycel, welches unbegrenzt weitervermehrungsfähig und Fruchtungsfähig ist. Das monocaryote Mycel würde recht schnell eingehen.
Pilze enthalten kein Blattgrün, sie sind also nicht zu einer Photosynthese fähig, brauchen also organische Materie um zu leben. Deshalb findet man Pilze auch auf solchen Standorten, wo reichlich davon anzutreffen ist: auf Mist, vermoderten oder frisch abgestorbenem Laub und Holz, manchmal sogar als Parasiten auf lebenden Organismen wie Bäumen oder auch Tieren. Der Fußpilz oder einige Baumilze sind da schöne Beispiele.
Bei dieser Gelegenheit sei noch erwänt, daß Pilze sowohl biologisch als auch wissenschaftlich nicht zu den Pflanzen gehören (das Wissen über diesen Fakt ist in der Biologie seit Mitte der 70er Jahre allgemein anerkannt), was in Hinblick auf die, seit 01. 02. 1998 gültige Änderungsverordnung des BtMG wichtig sein könnte.
Es gibt zwei Arten von psychoaktiven Pilzen: einmal die Pilze der Amanitagruppe und dann noch die psilocybin- und psilocinhaltigen Pilze. Zu letzterer gehören einige Pilze der Gattungen Psilocybe, Panaeolus, Pluteus, Inocybe, Conocybe und Gymnopilus. Die Aktiven Arten der letzten beiden Gruppen sind in Europa nicht anzutreffen, die erste Gruppe bildet die in Europa am häufigsten vorkommende Gruppe psychoaktiver Pilze.
Die wichtigsten, und auf dem Schwarzmarkt am häufigsten angebotenen, Arten im Einzelnen:
- Psilocybe semilanceata; Der "Spitzkeglige Kahlkopf" ist die häufigste Psilocybin bildende Art Europas, und auch gleichzeitig eine der potentesten. Der Psilocybingehalt liegt bei 0,8 bis 1 % der Trockenmasse.
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| Martin Haseneier |
- Hut: 0,5-1,5 cm breit, typisch spitzkeglig, im Alter z.T. ausgebreitet und dann weniger charakteristisch aussehend, meißt mit Buckel, der sehr oft spitz ausgeprägt ist, bei Nässe braun, ockerfarben austrocknend, feucht klebrig mit leicht abziehbarer Oberhaut, kann in durchnäßtem Zustand leicht blaufleckig sein.
- Lamellen: zunächst lehmbraun, später dunkel rostbraun, aufsteigend angeheftet.
- Fleisch: sehr dünnfleischig, bleich bis chremefarben, mild.
- Stiel: weiß bis chremefarben, elastisch und fast immer gewellt, Basis oft bläulich, bei Druck verfärbung des unteren Teils meist innerhalb einer Stunde, nicht alle Pilze verfärben jedoch aus diese Weise, somit ist dies kein verläßlicher Hinweis auf diese Art.
- Sporen: ellipsoid, glatt, dickwandig, 12-16 x 6-8 µm, der Sporenstaub ist dunkelbraun.
- Vorkommen: zerstreut, an einzelnen Standorten häufig vorkommend, sehr gehäufte Fruchtungsneigung (steht meißt in Gruppen) auf feuchten Wiesen und Schneisen am Wald, auch an Wegrändern und gedüngten Wiesen (kein Kunstdünger, das vertragen die nicht) in der Zeit von August bis September überall in Europa, besonders in Schottland, Wales und Norwegen, jedoch auch in Deutschland häufiger.
- Stropharia cubensis; Wird auch mexikanischer Zauberpilz genannt und kommt natürlich in subtropischen Regionen vor. Durch Einschleppung sind jedoch auch in Europa Funde möglich, doch sehr unwahrscheinlich. Diese Pilzsorte wird jedoch heufig gezüchtet. Der Nebenname "cubensis" bezeichnet den erstfubndort für Europäer, nämlich Cuba. Der Psilocybingehalt schwankt etwas, leigt aber im Mittel bei 0,8 bis 0,9 % der Trockenmasse.
- Vorkommen: Südliche USA, Mittelamerika, wächst in der Natur auf Mist. Bei uns wird er künstlich auf Substrat unter Heimlaborbedingungen angebaut.
- Hut: Größe 1 bis 8 cm, Farbe blaß gelblich, später bräunlich. Form jung keglich, später glockig, im Alter konvex (nach aben gebogener Rand), schmierig glatte Oberfläche.
- Lamellen: grau bis grau-violett, weißliche Kanten, adnat bis adnex angeordnet.
- Fleisch: fest und weißlich, läuft bei Verletzung blau an.
- Stiel: 4 bis 15 cm lang, 0,4 bis 1 cm dick. Gleichmäßige Dicke, an der Basis jedoch etwas stärker. Farbe weiß, bei Verletzung ebenfalls blau anlaufend. Reste des Velums sind als weißer Ring zu sehen. Oberfläche glatt und trocken.
- Sporen: purpur bis braun, 10-17 x 7-10 µm, elliptisch bis Oval, dickwandig.
- Vorkommen: In tropischen und subtropischen Gebieten auf Weiden, meißt auf Kuhdung. In Europa keine natürlichen Fundorte bekannt.
- Psilocybe cyanescens wakefield; Der "Blaufärbende Kahlkopf" ist ein etwas leichter zu züchtender Pilz als Cubensis, da er auch erfolgreich im Freiland angebaut werden kann und dort recht pflegeleicht ist. Der Psilocybingehalt schwankt, kann aber bei Psilocybe cyanescens Wakefield bis zu 2% der Trockenmasse betragen.
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| Martin Haseneier |
- Hut: 2-5 cm, anfangs gewölbt, später flach ausgebreitet, eventuell nach oben unregelmäßig verbogen, bei Nässe braun, nach milchkaffefarben austrocknend, Hüte alter Fruchtkörper meißt mit blauen Flecken, junge Fruchtkörper verfärben in frischem Zustand bei Druck oder Verletzung schnell blaugrün bis reinblau.
- Lamellen: blaß ockerbräunlich und später dunkelbraun, schwach ausgebuchtet und kurz herablaufend, Blaufleckigkeit möglich.
- Fleisch: weißlich, stellenweise bläulich, Geruch rettich- bis mohnartig, teilweise bitteren Geschmackes.
- Stiel: bis 13 cm lang, jedoch meißtens unter 10 cm, weiß stark blauend, die Stiele sind mit starken Mycelfäden im Substrat verankert, oder durch diese Mycelfäden mit anderen Pilzen verbunden, das Mycel ist ebenso blau verfärbend.
- Sporen: länglich mandelförmig, glatt und ansonsten wenig charakteristisch, schwankende Dicke um 12 x 5 µm, der Staub ist dunkel purpurbraun.
- Vorkommen: Insgesammt selten in Europa, die meißten Funde wurden in der ehemaligen Chechoslovakei getätigt. Die Art wächts in feuchten Wäldern und an Wasserläufen auf Holz- und Laubresten, wächst aber auch in Fichtenwäldern und auf Schilf- und Brenneslresten. Die Fruchtkörper sind oft in großen Gruppen zu finden.
- Es gibt von diesem Pilz eine Unterart namens Psilocybe cyanescens var. astoriensis Oregon; Dieser Pilz wurde 1979 von Pfadfindern in den USA (Oregon) nahe der Stadt Astoria gefunden. Er ist ähnlich Potent wie Psilocybe cyanescens wakefield, wächst jedoch etwas agressiver auf Totholz als wakefield und wird insgesammtgesehen größer.
- Inocybe aeruginescens; Dieser Pilz ist in Europa neu, er scheint über Ungarn nach Europa eingewandert zu sein. Diese Art gehört der Gattung Rißpiltze an, der auch der stark giftige ziegelrote Rißpilz angehört. Der Pilz hat eine starke Ähnlichkeit mit dem Nelkenschwindling, einem zwar schwer verdaulichen, jedoch sehr guten Speisepilz. Auch wächst er an den selben Standorten, also auch Sandböden, Wiesen, Wegrändern und Kulturrasen. Er kommt ebenfalls in großen Hexenringen vor. Typisch ist nur, daß immer Pappeln in der Nähe sind. Der Pilz ist mittlerweile zu der bestimmenden Art für sandige Tiefebenen geworden, er ist in der Psychoaktivität nicht so hoch wie die anderen Pilze, dafür jedoch gleichmäßig aktiv. Es wird auch berichtet, daß sich ein ausgeprägt heiterer Gemütszustand bei den Probenden einstellte. Der Psilocybingehalt liegt bei 0,5 bis 0,7 % der Trockenmasse.
- Psilocybe beaocystis; Ein weiterer Pilz aus der Gruppe der LBMs (Little brown mushrooms), die unter den Mycologen der USA scheinbar nicht das größte Interesse wecken. Er wächst verstreut, doch zahlreich auf Holzstückchen, verrottendem Holz und verrottendem Moos. Wie sein Name sagt enthält er neben Psilocybin große Anteile Beaocystin. Sein Vegetationsgebiet liegt im pazifischen Nordwesten der USA.
Um die Botanische Seite diese Kapitels abzuschließen sei noch auf die Kultivierung der Speisepilze im allgemeinen eingegangen, und im Speziellen auf die Sammlung von Zuchtanleitungen verwiesen:
Im wesentlichen setzt sich die Kultivierung der Pilze aus sieben Hauptschritten zusammen, die jedoch alle zusammen äußerste Akribie und extreme Sauberkeit im Arbeiten verlangen, da Speisepilze deshalb "Edelpilze" heißen, weil sie nur selten vorkommen und leicht von anderen Mikroorganismen unterdrückbar sind.
- Gewinnung der Sporen durch einen Sporenabdruck, oder Ankauf eines solchen.
- Aufbringen der Sporen auf ein Närmedium und Keimung der selben, die entstandenen monokaryoten Mycelien verinigen sich garantiert zu einem dikaryoten Mycel und sind weitervermehrbar.
- Dikaryote Mycelstückchen werden durch Umsetzung (kleinschneiden und Übertragen) weitervermehrt. Hierzu wird eine sterilisierte Petrischale mit Nährboden mit einem solchen Stückchen beimpft. Es ist, entgegen der Anleitung in diversen Pilzzuchtbüchern nicht nötig das Mycel immer weiter zu vereinzeln, da ja doch die Kultur überleben wird, der es beim Züchter am besten gefällt.
- Größerer Mycelstücke werden auf einen Närboden aus Roggensubstrat (also Roggen, der mit Wasser zusammen sterilisiert wurde) übertragen und durchwuchern diesen vollständig.
- Die Roggensubstratkulturen des Mycels werden mit Erde abgedeckt oder vermischt, es bilden sich alsbald Knoten auf der Oberfläche des Mycels, von denen sich schließlich einige zu Pilzen entwickeln.
- Ernte mit entsprechendem Erntedankfest ;-) (VORSICHT, die Rechtslage ist hier sehr unsicher, da weiterhin die Interpretation eines gutbezahlten Menschen für die Rechtmäßgkeit dieser Ernte maßgeblich ist!)
Das alles hört sich recht einfach an, ist es jedoch nicht. In allen Stadien der Kultivierung können überall in der Luft anwesende Schimmelpilze und Bakterien die Kulturen heimsuchen und die jeweilige Kultur unbrauchbar machen.
Für diejenigen, die sich also zur Zucht von Champignons, Kulturträuschlingen, Austernseitlingen, Schpoftintlingen oder anderen Edelpilzen entschlossen haben die wichtigsten Hinweise hier noch mal im Einzelnen:
- Der Agar-Nährboden muß sterilisiert worden sein, was am besten mithilfe eines Dampfdruckkochtopfes (Schnellkochtopf) geschieht. Um Bakterien fern zu halten sollte noch ein hitzebeständiges Antibiotikum hinzugefügt worden sein (beim Zubereiten). Ein solches Antibiotikum ist Gentamycin (Breitbandantibiotikum, sowas ist mit Vorsicht anzufassen!), welches sich auch in vielen Fertignährböden und manchen Trockensubstraten befindet. Im Normalfalle wird gesagt, 15 min bei 120°C autoclavieren (also 15 min im unter Druck stehenden kochenden Dampfdruckkochtopf stehen lassen).
- Alle Arbeiten sind unter sterilen Bedingungen auszuführen, also am besten in einer Plastikkiste (durchsichtig damit man sieht was man macht), deren Luft mit einem Desinfektionsaerosol (Sprühdesinfektion) sterilisiert wurde. Es sind Gummihandschuhe (desinfiziert) zu tragen, die Pertischälchen sind nur so kurz wie möglich offen zu halten, die Arbeitsmatreialien (Inokulationsöse, Skalpell, ...) sind mit einer Flamme -z.B. Spiritusflamme oder nichtrußendes Gasfeuerzeug - vor jeder Arbeit zu desinfizieren (man glüht die entsprechenden Geräte einfach aus und kühlt sie in einem sterilen Medium wie z.B. einem zu beimpfenden Nährager ab), die Oberflächen der Kiste bzw. der Tisch sind vor der Arbeit mit einem langwirkenden Desinfektionsmittel zu desinfizieren.
- Auch das Roggensubstrat ist auf diese Weise zu sterilisieren.
Da die Arbeitsmittel nicht sehr leicht zu beschaffen sind hier noch einige Hinweise darauf:
- In jeder größeren Stadt gibt es einen Laborbedarfs- und Chemikalienhandel, solche Firmen lassen sich traditionell in der Nähe von Universitäten und Krankenhäusern nieder. Dort bekommt man Petrischälchen (man rechne mit 3 DM pro Stück +/- 70 Pf), Skalpelle, Inokulationsösen in verschiedenen Größen, Närböden für die verschiedensten Mikroorganismen, Närboullions für eben diese, Desinfektionsmittel (ein Desinfektionsmittel was auch gegen Pilze, also Schimmel wirkt ist Meliseptol; vorsicht, das ist auch für Menschen giftig!) und auch Gentamycin. Die letzten bieden Sachen sind jedoch verdammt teuer, so muß man für eine Flasche Gentamycin mit 10 ml Inhalt 250,- DM berechnen, es werden jedoch nur ca. 2 ml auf einen Liter Närboden benötigt. Bei Verwendung solcher Fläschchen muß man auch bedenken, daß eine Spritze mit Kanüle nötig ist, um an den Inhalt heranzukommen. Gentamycin ist ansonsten Rezeptpflichtig, also in der Apotheke nicht so einfach zu kaufen, auch wenn da der Preis staffelbar ist (kleinere Menge). Was man in einem Labor- und Chemikalienfachhandel gratis bekommt ist eine fachkundige Beratung, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Auch ein Blick in die Kataloge und Handbücher (z.B. Handbuch zur Mikrobiologie auf den Laborbedarf bezogen) sollte riskiert werden, man glaubt nicht, was man da noch alles lernen kann.
- Agar, Malzextrakt, Kartoffelstärke (das bleibt bei längerem Kochen der Kartoffeln übrig) und andere Närmedien kann man in einem Naturkostladen, nötigenfalls im Refornmhaus kaufen. Im Laborfachhandel ist außer dem Ager alles überteuert was man so auch "draußen" kaufen kann. Agar-Agar, also das Gelatinezeuch kostet da ca. 130,- DM das Kilo, kann aber im Naturkostladen ab 5,- auf 100g zu finden sein (geringere Qualität, was jedoch hier nicht unbedingt ins Gewicht fällt). Für einen Liter, also für ca. 40 bis 80 Pertischälchen (8cm) braucht man grad mal 30 g.
- Wenn möglich sollte man ein fertiges und vermehrungsfähiges Mycel kaufen und dieses weitervermehren, dadurch entfällt der risikoreiche und meißt frustrierende Teil der Sporenkeimung. Solche Mycelien sind in einigen Haedshops und auf jeden Fall in Amsterdam ("Magic Mushroom") erhältlich. Der Besitz und die Zucht des Mycels eines psilocybinhaltigen Pilzes verstoßen nur dann nicht gegen das BtMG, wenn eine solche Zucht nicht zum Mißbrauch der Pilzbestandteile als Betäubungsmittel verwendet werden soll.
- Das Buch "Zauberpilze" von Ronald Rippchen bietet eine umfassende Anleitung für eine, in den Erfolgsaussichten gesteigerte, Zucht von Speise- und Edelpilzen.
Sollte sich ein Pilzfreund entschlossen haben auf größeren Beeten zu wirtschaften, so wird dies im Normalfalle im Freiland oder einem Pilzkeller geschehen. Dabei ist zu beachten, daß die Ernte in Wellen stattfindet, also die Pilze pro Beet nahezu gleichzeitig auftreten werden. Werden die Beete dann abgeerntet, so sehen sie recht leer aus, was sich jedoch schnell wieder ändern sollte, da bald schon neue Fruchtkörper ausgebildet werden. Je nach Nährstoffgehalt der Substrate sind die entstehenden Fruchtkörper verschieden groß. Bei abnehmendem Nährstoffgehalt sollte zunächst eine Verstärkung der Fruchtungsneigung auftreten, bis dann eine Stagnation auftritt, die sich aus einem Mangel an Nährstoffen begründet. In letzterem Falle sollte der Nährboden ausgetauscht werden, das Mycel kann zur Weitervermehrung jedoch beibehalten werden.
Schauen wir uns jedoch mal einzelne Schädlinge des Speisepilzes in Monokultur an.
Als erste, wenn auch nicht wichtigste, sind tierische Schädlinge zu nennen. Größere Tiere wie Mäuse und Schnecken können das Beet befallen und sowohl den Närboden als auch die Pilze selbst zerstöhren. Milben befallen die Pilzkulturen und können diese bis zur Unbrauchbarkeit hemmen. Springschwänze sind ebenfalls sehr agiel, treten jedoch nur in der Wärme auf. Die häufigsten Schädlinge sind jedoch Fliegen und Mückenarten bzw. deren Larven. Diese Art von Schädling ist für den Gelegenheitsbauern die unangenehmste Version, da sich diese Tiere rasend schnell vermehren und so eine liebgewonnene Kultur einfach mal ins Nulldevice verschwinden lassen können. Die einzige Mölichkeit der Bekämpfung solcher Schädlinge ist leider wirklich die Vernichting der Kultur. Die weitaus gefährlichsten tierischen Schädlinge in Pilzkulturen sind jedoch die nur unter dem Mikroskop eindeutig sichtbaren Ählchen. Sie befallen das Mycel und zerstören es, wobei slebst ein geringer Befall das Mycel unbrauchbar machen kann. Gegen solche Schädlinge kann man auf natürlichem Wege nur wenig machen, am besten man läßt sich in einem Gartenfachbetrieb zur Bekämpfung beraten. Auch Kräuterbücher können schon eine Hilfe sein.
Die zweite Art von Schädlingen auf Pilzen sind andere Pilze, Bakterien und Viren.
Gegen diese kann man sich nur duch eine ausreichende Desinfektion des Nährbodens schützen. Wenn der Anbau im Freien stattfindet, so sollte das vorgezogene Substrat in ebenfalls sterilisierten Nährmedien gezogen worden sein. Es ist dann darauf zu achten, daß sich das vorgezogene Substrat möglichst schnell im Beet vermehrt, so daß konkurrierende Pilze zeitlich nicht die Möglichkeit haben sich auszbreiten. Wenn möglich sollte das zur Vorzucht verwendete Medium mit Antibiotika versetzt sein, so das auch Bakterien ausgeschlossen werden können.
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Soviel zur Botanik der Pilze. Denkt immer daran: Sammelt niemals Pilze, die Ihr nicht genau kennt. |
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harko