Dei Geschichte der Alkoholverwendung

(Baustelle)


Quelle: Prof.Dr. Louis Lewin: "Phantastica"


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Alkohol als Rauschdroge ist so alt wie die Menschheit selbst. Noch bevor der erste Mensch sich seiner selbst bewußt wurde, nutzten die vormenschlichen Primaten den Alkohol (wenn auch eher zufällig und passiv) zu Rauschzwecken. Dieses Verhalten kann auch heute noch in Afrika bewundert werden, wenn Elefanten und Affenherden zu Bäumen pilgern , deren Früchte regelmäßig in hochreifem Zustand zu boden fallen und dort des hohen Zucker- und Wasserehaltes vergähren. Die ersten Schilderungen des Alkoholgenusses kann man schon bei den ersten Kulturen finden, welche auf irgendeine Art sich schriftlich verständigen konnten. In Ägypten findet man Schilderungen, des Alkoholgenusses die bis zu 5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung angefertigt wurden. Auch die Grabbeigaben waren sehr aufschlußreich, was die Erkenntnisse zum Thema Alkohol in Ägypten betrifft, so wurden schon in den ersten Gräbern ca. sechs Sorten Wein und vier Sorten Bier für die Reise in die Unendlichkeit deponiert. Auch in Griechenland wurde dem Weine zugesprochen, wo man extra einen Gott nur für diese Gelegenheit abstellte (Baccus), welcher als lustiger Gott gern gesehen war. Auch in Asien ist der Alkohol seit Jahrtausenden kein Unbekannter.


Kommen wir zur Form der Verwendung und der Art, wie die jeweiligen Machthaber mit dieser scheinbar unausweichlichen, und meißt unterschätzten Verwendung umgingen und Umgehen.

Da ja jede Kultur ihre eigenen Möglichkeiten hat den Alkohol herzustellen, ist auch die Substanz aus welcher der Alkohol gewonnen wird regional verschieden. In Asien herrschte die Verwendung des Reises als Grundsubstanz vor, wohingegen in Europa die häufiger vorkommende Weinbeere den Hauptanteil der Alkholherstellung darstellt. Doch auch hierbei sind Unterschiede zu beachten, so ist der Wein im nördlichen Mitteleuropa und in Nordeuropa nicht so verbreitet wie das Bier, welches nicht auf die Witterungsanfällige Weinrebe angewiesen ist, sondern sich aus dem häufiger vorkommenden Getreide herstellen ließ. Grundsätzlich kann jedochbehauptet werden, daß jede Frucht irgendwann einmal vergohren wurde. So hat man in Mitteleuropa eine vielzahl Weinartiger Getränke, wie z.B. den Apfelwein, Birnenwein, Kirschwein, ... eben fast alle Früchte einmal durch.

Die christliche Kirche hatte auch recht schnell erkannt, daß Wein (also der Alkohol darin) eine der Substanzen ist, welche sehr schnell berauschen können und (in geringen Mengen verzehrt) die Andacht zu vertiefen im Stande sind. Hier übernahm der Wein, wenn auch in sehr gemilderter Form die Funktion eines "Seelenöffners". Im Zuge der Jahrtausende hat sich diese Funktion zu einem reinen Ritual verändert, so daß zur Messe heutzutage das "Blut Christi" gereicht wird, eben Rotwein. Es ist auch bemerkenswert, daß die bedeutendsten Brauereine für Bier und die besten und ältesten Weine aus Klosterbrauereien und Klosterkellereien kommen, die Kirche ist somit in Europa eine der führenden Kräfte in der Herstellung alkohoischer Getränke gewesen. Nun wurde Bier z.B. nicht immer nach dem Reinheitsgebot gebraut. Dieses Reinheitsgebot wurde aus Sicht der kirchlichen Würdenträger notwendig, weil Zusätze welche dem Bier beigemischt wurden, dieses zu einem bedrohlichen spirituellen Sprengsatz werden ließen. Teilweise wurden nach solchen Zusätzen auch die Biersorten genannt und später die Gegenden, wo diese Sorten hergestellt wurden. Das Pilsener Bier und die Stadt Pilsen z.B. hat seinen Namen dem Bilsenkraut zu verdanken, dessen wirksame Alkaloide Athropin und Scopalmin eine halluzinogene Wirkung haben und den berauschenden Effekt des Bieres unterstützen, so daß nicht so sehr viel Bier nötig ist um einen Rausch zu erhalten (Frage des Geldes). Wurde nun doch etws mehr diesen Trankes getrunken, so berichteten die betreffenden Personen heufig, sie wären geflogen, hätten Teufel, Engel oder merkwürdige Dinge gesehen oder sie hätten mit Gott gar selbst geredet. -- Solche Sachen konnte die Kirche, welche ihre eigentliche Aufgabe (der spirituellen Unterstützung des Volkes nämlich) schon lange vergessen hatte, nicht zulassen. Solcherlei Sachen waren doch den Profis vorbehalten, sprich den Priestern und Päpsten. Also entfernte man die geistigen Augenöffner aus dem Biere und machte es zu einem eher verblödenden Getränk für das gemeine niederzuhaltende Volk.

In den moslemischen Gegenden unserer Welt wird Alkohol eher mit Zurückhaltung gesehen, um genau zu sein, im Islam ist Alkohol als Genußmittel gänzlich untersagt. Doch auch hier finden wir einen regen Zuspruch, wenn auch nicht so öffentlich wie anderswo auf der Welt, doch es gibt hier wie dort ein Problem mit der Alkoholsucht. Natürlich sind die Menschen nicht auf Alkohol angewiesen, es werden eben Substitute gesucht, so z.B. Opium, welches in Persien z.B. die gleiche gesellschaftliche Funktion wie der Alkohol heute bei uns hat. Es ist ein in der Gesellschaft genutztes kollektivbildendes Rauschmittel, welches ebenso wie der Alkohol bei übermäßiger Nutzung zum Problem wird. Schauen wir über den großen Teich nach Amerika, so tut sich eine etwas finsterere Sicht auf. Hier ist der Alkohol nicht nur als Genußmittel, sondern auch als Mittel zur Eroberung eines Kontinentes gezielt eingesetzt worden. Alkohol, so hatt man an verschiedenster Stelle auf der Welt feststellen können, wirkt auf eine Kultur, welche nie in so heftigem Maße mit dem Alkohol als Getränk und Rauschmittel in Kontakt kam, sehr zersetzend. Dieser Effkt wurde nun bei der Besiedlung des noramerikanischen Kontinents schamlosest ausgenutzt. Den Ureinwohnern wurde Alkohol gebracht und Land genommen (vereinfacht ausgedrückt). Das berühmte Feuerwasser, der Whisky also war unter den nordamerikanischen Indianern ein beliebtes Zahlungsmittel, ließ es sie doch für kurze Zeit wenigstens ihrem entbehrungsreichen und harten Leben entfliehen und schenkte etwas Wärme, die freilich bitter bezahlt werden mußte. Die einsmals stolzen Indianerstämme degradierten binnen einiger weniger Jahrzehnte zu heimatlosen und vertriebenen Menschen, welche sich mit Whiskey bezahlen ließen. Dieser Verfall wurde noch verstärkt, als die Indianer in Reservate gepfercht wurden, welche noch nicht mal ansatzweise die Bedingungen boten um selbständig zu überleben. Verfall, Siechtum und Alkoholismus waren die unasuweichlichen Folgen. Viele Jahre später dann setzten sich die Puritaner in der Regierung der Vereinigten Staaten durch und machten den Alkohol für alles verantwortlich, was irgendwie schief gehen konnte (Verbrechen, Hunger, Not, Elend, Krankheit, wirtschaftliche Probleme). Man rief die Prohibition aus und bildete so die Grundlage für die beispielloseste Verbrechenswelle in der bisherigen Geschichte der Menschheit. Diese Prohibition ist die einzige Grundlage für den Aufbau des organisieten Verbrechens in den USA gewesen. Al Capone ist da wohl der bekannteste Name. Er kontrolleirte ein Schmuggel- und später Verbrechensimperium, welches sich schon bis in die Regierung vorgearbeitet hatte, bis die verbleibenden Abgeordneten die Notbremse zogen und die Prohibition stoppten. Die "Firma" jedoch blieb bestehen und widmete sich nun anderen Aufgaben, wie dem Opiumschmuggel und später dem Kokain- / Heroinhandel. Auch trieb diese Prohibitionspolitik merkwürdige Blüten, so stieg der Alkoholverbrauch bei denjenigen, welche sich dies leisten konnten stark an statt zu sinken. Wenn jemand Alkohl habhaft wurde, so wurde dieser bis zur Besinnungslosigkeit verzehrt. Die Schäden, welche diese Prohibition indirekt erzeugte hat nie jemand nachgerechnet, es ist jedoch anzunehmen, daß ganze Staatshaushalte darin verschwanden, von den vielen Tausend Jahren Gefängnis, welche über Menschen die sich nicht an die Prohibition hielten, verhängt wurden mal ganz abgesehen.
Andererseits natürlich auch Umgehungsmöglichkeiten der Prohibition, so durften Ärzte Whiskey oder Wein an stark bedürftige verschreiben und Apotheken durfte dieses dann verkaufen. Von dieset Verschreibungsmöglichkeit sollen angeblich binnen eines Jahres 45.000 Ärzte gebrauch gemacht haben, welche 13.800.000 Alkoholatteste ausstellten, nach denen man sich Alkohl besorgen konnte. Naja, die Wirte der verschiedensten Kneipen waren ja auch nicht doof und haben ihre Kneipe kuzerhand in eine Apotheke verwandelt, was den Alkoholverkauf somit wieder legalisierte. Die öffentlichen Verlautbarungen bezüglich der Effekte der Prohibition waren dergestalt, daß man glauben konnte, daß goldene Zeitalter sei über das Land heringebrochen, es wurde von Produktivitätssteigerungen, gestiegenem Bücher- und Zeitschriftenverkauf, weniger Arbeitsunfällen weniger Erkrankungen und allen solchen heilsbringenden Effekten geredet. Parallelen zur Canabis- und Kokainprohibition sind da wohl weniger Zufällig. Es wurde sogar von gesteigertem Milchkonsum, gesunkener Prostitution und weniger Ehebruch gefaselt. Es wurde verlautbart, daß räubereien, nächtliche Überfälle und sogar Taschendiebstäle in New York dezimiert wurden. Lewin merkt zu dem ganzen Gesenfe sarkastisch an: "Wahrlich, nun fehlt nur noch, daß in solchem beglückten Lande durch das Alkoholverbot auch das Wort Jesaiah in Erfüllung ginge von jener köstlichen Messianischen Zeit: 'Und es wohnte der Wolf mit dem Lamme und der Tiger lagert mit dem Böcklein und Kalb und junger Leu und Maststier zusammen, und ein Knabe leitet sie.' ".

Wie oben schon erwähnt, hat der Alkohol auch eine starke Wirkung in Hinblick auf Volksgruppen, denen dieser vorher nicht bekannt war. So kann man resümierend feststellen, daß immer dann, wenn irgend ein urtümlicher Volksstamm, der den Alkohol nicht schon selbst nutzte und mit ihm umzugehen wußte, im Kontakt mit Europäern durch den Alkohol seiner eigenen Kultur immer weiter entfremdet wurde und schließlich in Sklaverei endete. Dies kann man bei der Eroberung Afrikas, Südamerikas, Nordamerikas und letztlich auch Australiens bestätigt finden, wobei sich die Auswirkungen in Australien noch weitgehend in Grenzen hielten, wohl auch weil die Besiedlung dieses Kontinentes erst sehr spät vonstatten ging, wodurch die Sensibilität für den Erhalt der dortigen Ethnischen Gruppen schon etwas höher war, als es bei den Indios Nord- und Südamerikas der Fall war. Im Prinzip war das wirksamste Kolonialisierungsmittel der Europäer stets der Alkohol, welcher, teils durch die Kirche propagiert, die jeweiliegen heimischen Drogen ersetzte, die meißt halluzinogener natur waren und den Ureinwohnern als zentrale Stütze ihrer Religion und Kultur galten (Theo Nanakatl -- Fleisch der Götter, Peyote, Ayauasca, Fliegenpilz). Auch bei dieser Drogensubstitution war das ausschlaggebende Argument, daß es dem gemeinen Volke verboten sein müsse, in Kontakt mit dem Übersinnlichen zu treten, also doch bitte die recht ausgehöhlte und sinnentleerte Lehre der katholischen Kirche zu übernehmen sei. Den auf diese Weise domestizierten Völkern wurde dadurch ihre ethnische Identität genommen und sie waren als entwurzelte Menschen leicht zu lenken (man gab ihnen eine neue spirituelle Heimat, das Christentum). Überdies führte der unkontrollierte Alkoholverzehr auch zu Brüchen in der Gesellschaft dieser Völker, die Aggressivitätssteigernden und vereinsamenden Eigenschaften des Alkohl schlugen da voll zu.
Naja, einige Völker haben das überlebt, so z.B. die Australischen Ureinwohner, welche die älteste kontinuierliche menschliche Kultur der Erde bilden. Doch auch sie sind heute nicht grad auf Rosen gebettet.


Zum Verteiler für diese Droge Andre Zeiten, andre Sitten, doch die soziale Sprengkraft des Alkohol haben alle irgendwie genutzt. Wenige nur um gutes zu bewirken. Zur nächsten Infoseite über diese Droge

ENDE



harko