Die Medizinische Seite des Alkohol


Quelle: Richi Moscher: "Too Much"
Prof.Dr. Lous Lewin: "Phantastica"


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Da Alkohol ein Zellgift, und - durch seine Fähigkiet die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden bedingt - auch ein Nervengift ist, möchte ich zunächst auf die Giftwirkungen des Alkohol zu sprechen kommen.

Die allgemeine Gefährlichkeit des Alkohol ist als mäßig bis lebensgefährlich hoch einzustufen. Er ist die verbreitetste Rauschdroge unserer Zeit und erzeugt direkt und indirekt (Alkoholbedingte Verkehrstote, Gewaltdelikte unter Alkoholeinfluß,...) mehr Tote als alle anderen Rauschdrogen zusammengenommen. Die gesundheitlichen Risiken sind bei einer mäßigen Dosierung sehr gering, obwohl es (sehr wenige) Menschen gibt, die auf Alkohol allergisch reagieren und den Alkoholkonsum mit der Ausbildung von Psychosen und Epilepsie quittieren. Die mit Sicherheit tödliche Dosis liegt bei Erwachsenen Nichtalkoholikern bei ca. 300 ml reinen Alkohols, dies entspricht 7,7 Liter Whisky (also der mit den 39%), es ist also möglich sich mit handelsüblichen Mengen Genußalkohols zu töten ohne Nachschub holen zu müssen. Für Kinder ist diese Dosis natürlich entsprechend deutlich geringer. Die Dauereinnahme von Alkohol führt fast immer zu mindestens einer der folgenden Krankheitserscheinugen: Bauchspeicheldrüsenentzündung, Krebs, Epilepsie, Leberzirrhose, Hirnschäden, Gefäßschäden, Herzschäden. Sollte sein Alkoholiker nicht an Alkohol herankommen und längere Zeit auf Entzug sein, so kann es zu einem Delirium tremens kommen,welches häufig tödlich endet. Bei akuten Alkoholvergiftungen ist sofort der Notarzt zu holen, Es ist Elementarhilfe zu leisten (Stabile Seitenlage wenn noch Athmung und Puls da sind, sonst Beathmung ggf. Herzdruckmassage) Im wesentlichen muß eine Behandlung wie bei Schlafmittelüberdosierungen erfolgen, insbesondere wenn der Kranke bewußtlos ist.

Von größter Wichtigkeit ist auch die Tatsache, daß Alkohol die Gefäße weitet, den Körper also in einen Zustand bringt, der dem unter großer Hitzeinwirkung gleichkommt. Dies bedeutet, daß der natürliche Abwehrmechanismus gegen Kälte ausgeschaltet ist, zumal die Kälte ansich nicht mehr wahrgenommen wird. Dies führt regelmäßig zu Gliedmaßenerfrierungen bis hin zum Absterben der betroffenen Extremitäten (Finger, Zehen, Nase, Ohren). Auch ein Tod durch Erfrierung ist in dem Falle auch in Innenstädten Mitteleuropas möglich. Lewin zeigt dieses sehr alte Wissen in einer über 2000 Jahre alten Grabinschrift, die ein griechischer Dichter als Nachruf einem im Suff duch Zusammenwirken von Alkohol und Kälte Gestorbenen ersann:

"Wanderer höhre die Worte des Orthon aus Syrakus hier.
Geh' du nie einen Weg, nachts und im Winter berauscht!
Denn ich, siehst du, erfuhr dies Unglück: statt in der Heimat
liege ich hier, mit fremder Erde bedeckt!"

Alkohol ist als Gift natürlich auch auf das werdende Leben im Mutterleib (oder im Ei) als Gift wirksam. Dies wird von Lewin mit einer Tabelle verdeutlicht, welche die Veränderungen von Küken darstellt, denen man Alkohol ins Ei injizierte.

Zahl der Eier Injektionsstoff Verhältnis für 100 Embryonen
Normal Nicht entickelt Mißbildung
24 Wasser 75 16,66 8,34
63 Ethanol 53,96 11,11 34,93
63 Methanol 23,08 11,11 65,09
24 Propanol 0 12,5 87,5
12 Amylalkohol 0 58,33 41,63

Auf die Darstellungen Lewins betreffs der vererblichen Sozialstörungen duch Alkoholsucht werde ich hier nicht eingehen, da solcherlei Betrachtungen mittlerweile als Unsinnig erkannt wurden, weil fast immer das soziale Umfeld außer Acht gelassen wird, welches die Alkoholsucht meißt erst induziert.


Wie jede Substanz, so hat natürlich der Alkohol auch seine nutzbaren Seiten, so ist er das erste Flüssigdesinfektionsmittel gewesen. Bis in dieses Jahrhundert hinein war Ethanol (der trinkbare Alkohol) DAS Desinfektiuonsmittel zur Flächendesinfektion schlechthin. Heutzutage wird Ethanol größtenteils durch Propanol abgelöst, da Propanol eine bessere Benetzungsfähigkeit (geringere Oberflächenspannung) aufweist und zudem effektiver die Eiweißgerinnung veranlaßt, welche die einfachste Art darstellt Kleinstlebewesen zu "inaktivieren". Zudem wird Propanol oft besser vertragen als Ethanol und kann zur Hautdesinfektion vor Spritzen oder anderen invasiven Eingriffen genutzt werden. Auch als Lösungsmittel und Medikamententräger hat sich Ethanol als sehr hilfreich erwiesen, so wurden bis vor einigen Jahren fast alle flüssigen Medikamente auf Ethanolbasis hergestellt, auch dies hat sich in letzter Zeit geändert, da immer mehr Menschen absolut keinen Alkohol zusich nehmen wollen oder allergisch auf Ethanol reagieren. Medizinische Präparate jedoch werden noch immer in Alkohol eingelegt, da dieser keinen Grauschleier auf den Gläsern hinterläßt und auch Plastik nicht so schnell angreift wie dies andere Materialien tun würden. Als Kühlmittel ist Alkohol in der Medizin ebenso nutzbar wie als Kältespeicher, da seine Gefriertemperatur weit unter -20°C liegt. Er kann so in Gelform zur Füllung von Kühlakkus genutzt werden. Vor der Erfindung der Vollnarkose wurde Alkohol wegen seiner Eigenschaft als Reizleitungshemmer zur Schmerzstillung bei chirurgischen Eingriffen verwendet, auch wenn die blutverdünnenden Eigenschaften dabei eher kontraproduktiv waren.


Zum Verteiler für diese Droge Ein Gift, dessen Potential nicht immer auf den ersten Blick sichbar ist, doch jedes Gift kann eben auch verwendet werden um zu helfen. Zur nächsten Infoseite über diese Droge

ENDE



harko